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Feuerstein in Händen mit weißen Handschuhen

Steinzeit: Feuersteine als "Exportschlager"

Archäologische Funde im Mühlviertel zeigen, dass die Donau bereits in der Steinzeit ein wichtiger Handelsweg war. Unter anderem wurden auf diesem Weg Feuersteine von Süddeutschland nach Oberösterreich importiert.

Archäologie 02.07.2014

In Bayern gab es in der Steinzeit mit Arnhofen, Baiersdorf und Flintsbach drei große Abbaugebiete, aus denen jahrtausendelang Feuerstein auch nach Oberösterreich transportiert wurde.

Die Bandkeramiker im Donauraum rund um Linz (6. Jt. v. Chr.) bezogen etwa die Hälfte ihres Bedarfs von dort, die Mondsee-Kultur (4. Jt. v. Chr.) ein Drittel, die Mühlviertler Ausläufer der vor allem in Süddeutschland ansässigen Chamer (3. Jt. v. Chr.) immer noch bis zu einem Viertel. Das heutige Bayern kann also durchaus als prähistorischer Marktführer bezeichnet werden.

Siedlungsflächen der Chamer entdeckt

Der Geoarchäologe Alexander Binsteiner arbeitet derzeit an einer Materialaufnahme bayrischer Feuersteine in Oberösterreich. Eine Studie dazu soll im kommenden Jahr publiziert werden. Aus den bisherigen Ergebnissen sind die Verteilungswege des steinzeitlichen Exportschlagers - vom Abbau bis zum Endverbraucher - ablesbar.

Dabei kristallisiert sich immer deutlicher die Donau als zentraler Handelsweg heraus. Einen wichtigen Puzzlestein lieferten die beiden Hobby-Archäologen Gernot Krondorfer und Erwin Lindorfer, die im Lauf der vergangenen zehn Jahre in Hofkirchen und Niederkappel (beide Bezirk Rohrbach) neun ehemalige Siedlungsflächen der Chamer entdeckten.

Die Chamer waren Viehzüchter, die im heutigen Bayern siedelten, mit Ausläufern ins Pilsener Becken oder auch ins Mühlviertel. Eindeutig identifizierbar sind sie an ihrer Keramik, die sich durch gestochene Muster und girlandenartige Verzierungen auszeichnet. Sie sind wahrscheinlich auf der Suche nach Siedlungsflächen über die Donau nach Oberösterreich gekommen. Später nutzten sie den Wasserweg, um mit ihrer alten Heimat Handel zu treiben.

Feuerstein - "Stahl der Steinzeit"

Je 50 bis 100 Leute dürften im Mühlviertel pro Siedlung in Hütten gelebt haben. Experten wie Binsteiner können die dort gefundenen Feuerstein-Produkte und Steinmetz-Abfälle den Abbaugebieten zuordnen und so Handelskontakte dorthin nachweisen.

So zeigte sich, dass Steine aus Arnhofen und Baiersdorf meist schon verarbeitet nach Oberösterreich kamen, während aus Flintsbach die Rohknollen importiert wurden. Sie wurden offenbar äußerst hoch geschätzt, denn sie fanden vor allem für schön gearbeitete Messer oder Pfeilspitzen Verwendung.

Der Feuerstein war laut Binsteiner "der Stahl der Steinzeit", aus dem alles gefertigt wurde, was zum Schneiden oder Stechen benötigt wurde. Ob fahrende Händler das Material gebracht haben, ob man sich in der Mitte - etwa auf Märkten - getroffen hat oder ob es Rohstoffexpeditionen von Oberösterreich nach Bayern gab, weiß man nicht. Zum Transport wurden ziemlich sicher Einbäume benutzt.

science.ORF.at/APA

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