Standort: science.ORF.at / Meldung: "Babys sind überall gleich groß"

Ein Baby ist von einem Maßband eingewickelt

Babys sind überall gleich groß

Weltweit sind Babys im Mutterleib und bei der Geburt ähnlich groß, sofern sie von gesunden Müttern geboren werden. Die Ernährung und Bildung der Mutter ist das Hauptkriterium für gesunde Babys, der ethnische Hintergrund hat keinen Einfluss, wie eine internationale Studie der Universität Oxford zeigt.

Gesundheit 07.07.2014

Wenn Babys bereits unterernährt zur Welt kommen, hätten sie oft kurz- bis langfristige gesundheitliche Probleme.

60.000 Babys in acht Ländern

Egal ob in Brasilien, Italien, Kenia, dem Oman oder in den USA - wie die Knochen der Babys wachsen, ihre Länge und ihr Kopfumfang ist auf der ganzen Welt ähnlich. Ausschlaggebend ist nicht, wo ein Kind geboren wird, sondern ob seine Mutter gebildet, gesund und gut ernährt ist. Alle Kinder hätten gleiche Chancen, wären auch die Mütter während der Schwangerschaft in gleich gutem Gesundheitszustand, schreiben die Studienautoren.

Für die INTERGROWTH-21st Studie wurden 60.000 Schwangerschaften in acht Ländern weltweit beobachtet. Die Forscher haben mittels Ultraschall das Knochenwachstum der Babys von der frühen Schwangerschaft bis zur Geburt sowie Länge und Kopfumfang unmittelbar nach der Geburt gemessen.

Die Studie:

"The likeness of fetal growth and newborn size across non-isolated populations in the INTERGROWTH-21st Project" von José Villar und Kollegen ist am 7. 7. 2014 in "The Lancet Diabetes & Endocrinology" erschienen.

Problem Unterernährung

Etwa 32,4 Millionen Babys wurden laut der Studie im Jahr 2010 in Entwicklungsländern unterernährt geboren, damit 27 Prozent der weltweit geborenen Kinder. Unterdurchschnittlich kleine Kinder haben ein höheres Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bisher fehlen einheitliche internationale Standards zur Größe eines Fötus oder Neugeborenen. Genau das soll sich nun ändern: Größenstandards für Föten und Neugeborene gesunder Mütter sollen mithilfe der Studie definiert werden, nach der Geburt seien gesunde Babys zwischen 47,5 und 51,3 Zentimetern groß. Für Säuglinge und Kleinkinder hat die WHO mithilfe einer früheren Studie bereits Wachstums-Standards festgelegt.

Gesundheit der Mütter verbessern

Es gibt eine Reihe an Gründen, warum Babys unterdurchschnittlich klein geboren werden. Unterernährung der Mutter über einen langen Zeitraum, Infektionen, Rauchen, Alkohol, körperlich belastende Arbeit während der Schwangerschaft oder Frühgeburten sind einige davon. Auf der anderen Seite führt zunehmend Fettleibigkeit zu großen Neugeborenen.

Die Studie hat laut Forschern eine Botschaft an das Gesundheitswesen: Die Chancen der zukünftigen Kinder können mit Verbesserung der Gesundheit ihrer Mütter verbessert werden, egal wo sie leben.

Lucia Reinsperger, science.ORF.at

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