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Ein Windpark im Meer

Windparks: Die neuen Riffe der Seehunde

Offshore-Windparks liefern erneuerbare Energie - doch ihre Folgen für die Umwelt sind umstritten. Für einige Seehunde sind sie eine beliebte Futterquelle, haben Forscher herausgefunden. Möglicherweise wirkten die Konstruktionen als künstliche Riffe.

Ökologie 21.07.2014

Auch unterseeische Pipelines sind demnach beliebt. Welche Auswirkungen Windparks auf dem Meer auf die Tiere dort haben, ist bisher weitgehend unklar, Umweltschützer befürchten negative Folgen etwa durch Lärm.

Pipelines weisen den Weg zum Futter

Die Studie:

"Marine mammals trace anthropogenic structures at sea" erscheint am 21. Juli 2014 in "Current Biology" (DOI: 10.1016/j.cub.2014.06.033).

Die Wissenschaftler um Deborah Russell von der schottischen Universität St. Andrews hatten Seehunde und Kegelrobben an der britischen und niederländischen Küste mit GPS-Sendern ausgerüstet. Dann erfassten sie die Bewegungen der Tiere.

Elf der mehr als hundert mit Sendern versehenen Seehunde besuchten die Offshore-Windparks "Alpha Ventus" in Deutschland und "Sheringham Shoal" in Großbritannien. Einzelne Tiere schwammen zur Nahrungssuche zielgerichtet von einer Anlage zur nächsten. Sowohl Seehunde als auch Kegelrobben wurden außerdem dabei beobachtet, wie sie wiederholt und teils tagelang unterseeischen Pipelines folgten.

Studie zu den Gründen

Video:

Die roten Linien zeichnen die Bewegungen der Seehunde nach, die weißen Punkte sind Windräder.

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In weiteren Studien wollen die Forscher herausfinden, warum die Offshore-Anlagen Robben anlocken. Gibt es in den Windparks insgesamt mehr Nahrung oder sammeln sich nur bestimmte Beutetiere an den Anlagen? Das Wissen darüber könne helfen, die Offshore-Parks so zu gestalten, dass negative Effekte reduziert und mögliche positive Effekte verstärkt werden.

Noch sei unklar, was es für die Robben und ihre Beutetiere bedeuten wird, wenn immer mehr Windparks in ihrem Lebensraum entstehen. "Nur ein kleiner Teil der beobachteten Robben nutzte Windparks und Pipelines", wird Russell in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Und es gebe momentan nur wenige solche Bauwerke im Lebensraum der Tiere. "Wenn flächendeckend Windparks entstehen, werden viel mehr Seehunde betroffen sein."

Umstrittene frühere Studie

Bisher gibt es erst wenige Studien dazu, wie sich Offshore-Windparks auf die Lebensgemeinschaften in dem Gebiet auswirken. Das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte im November 2013 eine Analyse vorgestellt, laut der es kaum negative Folgen gibt.

Demnach breiten sich um "Alpha Ventus" einige Fischarten aus, weil Fischerei dort verboten ist. Vogelschlag an den Rotorblättern gebe es kaum, der Baumlärm habe Meeressäuger wie Schweinswale nur zeitweise vertrieben. Umweltschützer kritisierten die Ergebnisse allerdings als verfrüht und übertrieben positiv dargestellt.

science.ORF.at/APA/dpa

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