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Luftaufnahme von der Kante eines antarktischen Gletschers

Eis in Grönland und Antarktis schmilzt schneller

Das Schmelzen der Eispanzer in Grönland und der Antarktis hat sich laut Satellitenmessungen stark beschleunigt. Pro Jahr verlieren die Eisschilde zusammen etwa 500 Kubikkilometer Volumen, wie eine Auswertung deutscher Forscher ergab.

Klima 20.08.2014

Das sei die höchste Verlustrate seit Beginn der Satellitenhöhenmessungen vor 20 Jahren, berichtet ein Team um Angelika Humbert vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven in einer Studie.

Höhere Verluste in Grönland

Seit 2009 habe sich der jährliche Eisverlust in der Westantarktis verdreifacht und in Grönland verdoppelt. Mit 375 Kubikkilometern entfalle der größere Anteil auf das grönländische Eis. Für den Osten der Antarktis wiesen die Wissenschaftler einen Eiszuwachs nach, der jedoch die Verluste im Westen nicht aufwiegt. Laut Berechnungen der Forscher hat der grönländische Eisschild ein Gesamtvolumen von rund 2,96 Millionen Kubikkilometern und jener der Antarktis von etwa 27 Millionen Kubikkilometern.

Für ihre Messungen verwendeten sie Daten des ESA-Satelliten CryoSat-2. Mit Hilfe von Radar- und Laserimpulsen wurden die Höhen von Gletschern bestimmt. Die digitalen Eiskarten seien bis auf wenige Meter genau, teilte der Glaziologe und Leitautor Veit Helm mit. Die aktuellen Karten umfassen ein Gebiet von 16 Millionen Quadratkilometern, 500.000 Quadratkilometer mehr als bei vorangegangenen Messungen.

Beispiel Grönland:

Die Studie:

"Elevation and elevation change of Greenland and Antarctica derived from CryoSat-2" von Veit Helm und Kollegen ist am 20.8. in der Fachzeitschrift "The Cryosphere" erschienen.

Karte der Höhenveränderungen des grönländischen Eisschildes für den Zeitraum Januar 2011 bis Januar 2014

Helm et al.; The Cryosphere; 2014

Karte der Höhenveränderungen des grönländischen Eisschildes zwischen Jänner 2011 und 2014. Rot: jene Regionen, in denen die Gletscher an Volumen eingebüßt haben; blau: wo sie gewachsen sind.

Keine Angaben zum Meeresspiegel

Die Wissenschaftler wollen verstehen, wo und in welchem Ausmaß sich die Höhenverteilung der Gletscher verändert. "Nur so können wir die Ursache dieser Veränderungen untersuchen und herausfinden, wie stark der Rückgang der Eisschilde zum Anstieg des globalen Meeresspiegels beiträgt", teilte Helm mit. Eine genaue Aussage, um wie viel der Meeresspiegel durch das aktuelle Schmelzen der beiden Eisschilde steigt, traf das Forscherteam nicht. Dazu müsste neben dem Volumen auch die genaue Dichte des abgeschmolzenen Eises bekannt sein.

science.ORF.at/dpa

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