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Deutsche Nazis bei der Eroberung der Slowakei

Slowakei erinnert an Aufstand gegen die Nazis

Am 29. August 1944 hat er begonnen: der großflächigste Befreiungskampf innerhalb des nationalsozialistischen Machtbereichs im Zweiten Weltkrieg. Zwei Monate lang kämpften tausende Slowaken gegen die Nazis und befreiten große Gebiete - dennoch geriet der Aufstand international in Vergessenheit.

70. Jahrestag 28.08.2014

"Wenn unser Aufstand in Deutschland nicht so bekannt ist wie der Warschauer Aufstand, ist das allein unser Fehler", sagt Stanislav Micev. Der Historiker leitet das Museum für den Slowakischen Nationalaufstand (SNP) im damaligen Aufstandszentrum Banska Bystrica, heute Hauptstadt der gleichnamigen Region der Slowakei.

"Wir wollen ihn gerade auch in Deutschland mehr präsentieren, etwa mit einer Ausstellung im kommenden Jahr in Berlin. Obwohl er fast gleichzeitig mit dem Warschauer Aufstand stattfand und mehr Menschen dabei kämpften und das befreite Gebiet viel größer war, ist der SNP ein international weitgehend vergessener Aufstand."

Hälfte des Staatsgebiets befreit

Zwei Monate kämpften tausende Slowaken unterstützt von Freiwilligen aus über 30 Ländern gegen NS-Deutschland und den slowakischen Marionettenstaat von Hitlers Gnaden unter dem katholischen Priester und Diktator Jozef Tiso.

Der Aufstand vor 70 Jahren war der großflächigste Befreiungskampf überhaupt innerhalb des nationalsozialistischen Machtbereichs im Zweiten Weltkrieg. Er begann am 29. August 1944 und führte zur Befreiung von fast der Hälfte des slowakischen Staatsgebiets. Der 29. August ist in der Slowakei Staatsfeiertag.

Wie war eine so große internationale Beteiligung zu erklären? Stanislav Micev sagt: "In der Slowakei befanden sich damals zahlreiche Lager für Kriegsgefangene. Mit Beginn des Aufstandes wurden diese Lager geöffnet und viele der Gefangenen schlossen sich dem Aufstand an. Und aus der Sowjetunion wie auch aus dem Westen wurden Kämpfer eingeflogen, die teils auf dem Flugplatz der Aufständischen landeten und teils mit Fallschirmen absprangen."

Kapitulation im Oktober

Am 28. Oktober musste die Armee der Aufständischen kapitulieren, ihre beiden Führer starben in deutschen Konzentrationslagern. Ein Teil der Aufständischen führte noch bis zum Kriegsende einen Partisanenkampf gegen die deutschen Besatzer. "Die Aufständischen hatten mehr Kämpfer im Land, aber technisch waren ihnen die Gegner weit überlegen", sagt Micev.

Die dunkle Seite des SNP wurde erst nach der Wende Teil der offiziellen Geschichtsschreibung: Es gab zahlreiche Übergriffe und sogar Massaker gegen Angehörige der deutschen Minderheit, obwohl auch viele Karpatendeutsche den Aufstand unterstützten.

Die Deutschen wiederum brannten über 100 slowakische Dörfer nieder und ermordeten deren gesamte männliche Bevölkerung, wenn die Dorfbewohner verdächtigt wurden, Aufständische zu verstecken.

Heute regiert Rechtsextremist

An den Jubiläumsfeiern in Banska Bystrica nehmen ab diesem Freitag Vertreter aus über 30 Ländern teil. Umstritten war wegen der Ukraine-Krise, dass auch der russische Präsident Wladimir Putin eingeladen wurde. Er lässt sich aber von seinem Verteidigungsminister vertreten.

Paradoxerweise regiert ausgerechnet in Banska Bystrica seit den Regionalwahlen im November 2013 der Rechtsextremist Marian Kotleba als Regionspräsident. Er verehrt den damaligen faschistischen Diktator Tiso und bezeichnet Aufständische und Partisanen als "Banditen, die gegen den eigenen Staat kämpften".

Christoph Thanei/dpa

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