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Ein gähnender Arzt

Müde Ärzte verschreiben eher Antibiotika

Wer dieser Tage mit Husten und Schnupfen zum Arzt geht, kann aufgrund der Tageszeit die Wahrscheinlichkeit abschätzen, mit der er - fälschlicherweise - ein Antibiotikum verschrieben bekommt. Eine US-amerikanische Studie hat festgestellt, dass Ärzte aufgrund von Müdigkeit am Nachmittag vermehrt zu derartigen Fehlverschreibungen neigen.

Medizin 08.10.2014

21.000 Arztbesuche ausgewertet

Die Studie

"Time of Day and the Decision to Prescribe Antibiotics" ist am 6. Oktober 2014 in "JAMA Internal Medicine" erschienen.

Jeffrey Linder, der Hauptautor der Studie, ist Arzt am Brigham and Women's Hospital in Boston. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er sich gefragt, ob sich über den Tagesverlauf die Verschreibepraxis von Ärzten verändert. Dafür werteten die Forscher die elektronischen Aufzeichnungen von mehr als 21.000 Arztbesuchen aus, die entweder am Vormittag zwischen 8.00 und 12.00 Uhr oder am Nachmittag zwischen 13.00 und 17.00 Uhr stattfanden.

Es zeigte sich: Die Menge, in der Antibiotika verschrieben wurde, stieg kontinuierlich an. "Am Ende des Tages bekommen etwa fünf Prozent der Patienten mehr ein Antibiotikum verschrieben als zu Beginn", heißt es in einer Aussendung des Brigham and Women's Hospital. Als Grund vermutet Jeffrey Linder "zunehmende Müdigkeit, die zu Fehlverschreibungen führt". Als Gegenmaßnahme empfiehlt er keine Pillen, sondern "mehrere Pausen zwischendurch".

science.ORF.at

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