Standort: science.ORF.at / Meldung: "Flughäfen als Pandemie-Knotenpunkte"

Eine Frau steht mit ihrem Koffer in einem Flughafen und sieht, wie gerade ein Flugzeug abfliegt

Flughäfen als Pandemie-Knotenpunkte

Auf Basis eines Rechenmodells zur Ausbreitung von Pandemien durch den weltweiten Luftverkehr haben Forscher eine interaktive Simulation entwickelt. Sie zeigt, wo das Ansteckungsrisiko besonders hoch ist. Besonders riskant ist es demnach am Knotenpunkt Frankfurt, aber auch in Wien stehen die Chancen gut, sich etwa mit Grippe anzustecken.

Simulation 10.10.2014

Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken entwickelten auf Grundlage einer Datenbank von 3.458 Flughäfen mit 68.620 Flugverbindungen und 171 Flugzeugtypen eine Maßzahl für das Pandemie-Risiko, die sogenannte "expected force", kurz "ExF".

Die ExF eines Flughafens ist von der Anzahl der Flugrouten, deren Frequenz sowie der Sitzkapazität der Flugzeuge bestimmt. Nahe dem Maximum von ExF=100 finden sich Flughäfen mit sehr vielen Verbindungen und hohen Fluggastzahlen (Frankfurt, Atlanta, Peking), annähernd Null sind sehr abgelegene, z.B. Mount Pleasant, Falkland Inseln, ExF=3. Der Flughafen Wien ist mit 93 auch ein riskanter Knotenpunkt.

"Die Webseite gibt den Besuchern die Möglichkeit, die Infektionswege innerhalb des Netzwerks von Flugverbindungen nachzuvollziehen", erklärt Glenn Lawyer. Die Webseite verdeutlicht, dass die Ausbreitung so lange langsam vor sich geht, bis sie den Netzwerkkern erreicht hat. Ab dann verstärkt sie sich explosionsartig. Die Webseite bietet zwei Modi an: "SI" nimmt eine Pandemie an und simuliert deren Verlauf bis der gesamte Netzwerkkern betroffen ist; der Modus "SIS" beschreibt, dass verseuchte Netzwerkknoten mit der Zeit gesunden - eine Pandemie entsteht nur dann, wenn die Krankheit schnell ausreichend viele Knoten erreicht.

science.ORF.at/dpa

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