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Goldmeerkatze Cercopithecus kandti

Golden Monkeys in Gefahr

Sie sind verspielt und einzigartig: Golden Monkeys leben nur im Gebiet der ostafrikanischen Virunga-Vulkane. Ihr Habitat teilen sie sich mit ihren großen Cousins, den Berggorillas. Forscher kämpfen für das Überleben der Affen.

Artenvielfalt 03.11.2014

In den dichten Wäldern der ostafrikanischen Virunga-Vulkane geht es am frühen Morgen geschäftig zu. Eine Gruppe von kleinen Primaten tobt durch das Gestrüpp, klettert, springt von Baum zu Baum und kaut auf saftigen Blättern.

Kaum jemand ahnt beim Anblick dieses tierischen Spektakels, dass es sich hier um eine der seltensten Affenarten der Welt handelt: die Golden Monkeys (Goldmeerkatzen), die ausschließlich im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo leben.

Unter Naturfreunden ist die Region vor allem wegen der letzten freilebenden Berggorillas bekannt. Sie sind die wahren Könige der Virungas - die verspielten Äffchen mit dem goldbraunen Rücken wirken daneben wie Hofnarren. In den vergangenen Jahren haben sie das Interesse von Primatenforschern geweckt, da bis vor kurzem so gut wie nichts über die Lebensweise und die Population der Golden Monkeys bekannt war.

"Niemand hat sich für sie interessiert"

"Diese Affen waren schon hier, als der Volcanoes-Nationalpark in Ruanda eingerichtet wurde - und das war 1925", sagt Loyce Gashumba, die Touristengruppen zu den Primaten führt. "Aber damals hat sich einfach niemand für sie interessiert."

Dem stimmt auch der Experte für Artenvielfalt Deogratias Tuyisingize zu, der für den "Dian Fossey Gorilla Fund" Daten über die Tiere sammelt. "Die Golden Monkeys sind wie ein verborgener Schatz, der jahrzehntelang unbeachtet geblieben war, bis Wissenschaftler in den 1980er Jahren auf die Tiere aufmerksam wurden."

Schnell wurde klar: Wenn nichts zum ihrem Schutz unternommen wird, dann könnten diese einzigartigen und nur in einem kleinen Gebiet Ostafrikas vorkommenden Affen innerhalb kurzer Zeit aussterben. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde der Cercopithecus kandti - wie die Affen wissenschaftlich heißen - schon Anfang der 1990er Jahre als bedroht eingestuft.

Lebensraum schrumpft

Heute gibt es in Ruanda nach Schätzungen etwa 3.500 Exemplare. "Im Vergleich zu einer Zählung aus dem Jahr 2007 ist das ein Rückgang von rund 20 Prozent, was vermutlich mit dem Verlust von Lebensraum zu tun hat", erklärt Tuyisingize. Hinzu kommen rund 1.000 Tiere in Uganda.

Ob und wie viele Golden Monkeys auf der kongolesischen Seite des Virunga-Massivs leben, ist hingegen unklar. "Dort wurde bisher nie eine Zählung vorgenommen, aber ich glaube nicht, dass es viele sind - in den Wäldern des Kongo sind zahlreiche Jäger aktiv, die Affen für den Handel mit "Bushmeat" töten."

Die Affen mit dem markanten Gesicht und dem außergewöhnlichen Fell werden bis zu 25 Jahre alt. Weibchen bringen in dieser Zeit vier bis sechs Babys zur Welt, die in den ersten zweieinhalb Lebensjahren völlig von ihrer Mutter abhängig sind.

Am liebsten ernähren sich die Tiere von Bambussprossen, aber auch Kartoffeln und Blätter stehen auf dem Speiseplan - und mit der Suche nach etwas Essbarem verbringen die Affen auch den Großteil des Tages. Nachts hingegen steigen sie in die Bäume hinauf, wo sie auf dicken Ästen schlafen und sich dabei an Zweigen festhalten, wie Touristenführerin Gashumba erläutert.

Touristenattraktion

Auch Tierfreunde aus aller Welt haben die Golden Monkeys seit 2003 für sich entdeckt: Die Zahl der Interessenten nehme ständig zu, sagt Gashumba. "Früher kamen 20 Touristen in der Woche, heute sind es oft 20 an einem Tag."

Kein Wunder: Zu den Äffchen zu trekken ist nicht nur weitaus bequemer als der oft mehrstündige Aufstieg zu den Berggorillas, sondern auch viel billiger. Gerade einmal 100 Dollar (78 Euro) kostet die Genehmigung, während Besucher für die Wanderung zu den Gorillas 750 Dollar bezahlen müssen.

Aber was fasziniert Forscher wie Tuyisingize an den Affen? "Ich bin Naturschützer - und die in den Virungas endemischen Golden Monkeys sind vom Aussterben bedroht. Sie könnten von unserem Planeten verschwinden, wenn wir ihnen nicht helfen", erklärt er. Zudem unterstütze das Geld, das Ruanda durch den Ökotourismus und das Trekking zu den Primaten einnehme, die Wirtschaft des Landes. Immerhin erholt sich Ruanda noch immer von den Folgen des verheerenden Völkermordes von 1994. Am wichtigsten aber sei, dass die Golden Monkeys sehr charismatische Tiere seien, sagt der Experte - und widmet sich dann wieder dem Schutz seiner Lieblinge.

Carola Frentzen, dpa

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