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Seniorin in gebückter Haltung

Alle Menschen sollen möglichst gut altern

Immer mehr Menschen auf der Welt werden immer älter. Im Jahr 2020 wird erstmals in der Geschichte die Anzahl der über 60-Jährigen auf der Welt größer sein als die der Kinder unter fünf Jahren. Für das Wohlbefinden im Alter müsse jeder selbst und auch der Staat rechtzeitig etwas tun, betont nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

WHO 06.11.2014

Denn obwohl die Menschen länger leben, bedeute das nicht, dass sie auch im hohen Alter noch gesund bleiben. Im Gegenteil, der Anteil der kranken und gebrechlichen Alten werde weltweit steigen.

Bis 2050 wird die Zahl der über 60-Jährigen von heute 841 Millionen auf über zwei Milliarden klettern. 80 Prozent von ihnen werden außerhalb der reichen Staaten leben. Bisher beruhe die steigende Zahl älterer Menschen unter anderem auf dem Rückgang der Todesfälle an Herz- und Kreislauferkrankungen in den Industrieländern, berichtet Colin Mathers von der WHO im ersten Artikel einer Serie des Fachjournals "The Lancet".

Fundamentale Reformen gefragt

Artikelserie in "The Lancet":

"Causes of international increases in older age life expectancy" (DOI: 10.1016/S0140-6736(14)60569-9 ) von Colin D Mathers et al.
"The burden of disease in older people and implications for health policy and practice"(DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61347-7) von Martin J Prince et al.
"Health, functioning, and disability in older adults - present status and future implications"(DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61462-8) von Somnath Chatterji et al.
"Subjective wellbeing, health, and ageing"(DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61489-0) Andrew Steptoe et al.
"Macroeconomic implications of population ageing and selected policy responses"(DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61464-1) von David E Bloom et al., erschienen am 6. November 2014.

Die WHO-Autoren befürchten, dass die über 60-Jährigen weltweit künftig nicht gesünder sein werden als ihre heutigen Altersgenossen und viele Krebs sowie Lungen-, Herz- und Muskelkrankheiten bekommen. Hinzu kämen Nervenleiden. Allein die Anzahl dementer Patienten werde sich bis 2050 verdreifachen - von heute 55 Millionen auf etwa 135 Millionen.

Bei diesen Zukunftsaussichten sollte es eine weltweite Priorität werden, den Menschen ein "gutes Altern" bei langer Gesundheit zu ermöglichen, schreiben die internationalen Experten der WHO und zeigen auch, wie das gelingen kann. "Das bedeutet, dass fundamentale Reformen der Gesundheitssysteme und der sozialen Hilfssysteme nötig werden", erläutert John Beard vom Department of Ageing and Life Course der WHO.

"Während manche Maßnahmen international einsetzbar sind, ist es wichtig, dass die Länder den Zustand und die Bedingungen ihrer älteren Bevölkerung beobachten, um so Trends zu erkennen und Gesundheitsprogramme an die jeweiligen Bedingungen anzupassen", ergänzt Tis Boerma vom Department of Health Statistics and Information der WHO in Genf. Während es aus Ländern wie Brasilien China, Indien und Südkorea bereits Studien zur Gesundheit der alternden Bevölkerung gibt, fehlen solche Daten noch aus vielen Regionen außerhalb der Industrieländer.

Die Lebensqualität der wachsenden Zahl älterer Menschen zu verbessern gehe jedoch weit über die rein medizinischen Aspekte hinaus, schreiben die Experten. Es müssten Anstrengungen unternommen werden, bereits frühzeitig mit kostengünstiger Vorsorge die spätere teure Belastung durch chronische Erkrankungen zu vermeiden. Zudem müssten Bedingungen geschaffen werden, die erlauben, die älteren Menschen in ihrem sozialen Umfeld zu belassen. Hierzu zählen auch etwa Anreize, sie länger am Arbeitsprozess teilnehmen zu lassen.

science.ORF.at/APA/dpa

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