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Eine verschneite Winterlandschaft in Zwettl im Mühlviertel.

Kunstschnee aus einer "Wolke"

In Obergurgl-Hochgurgl startet morgen Donnerstag ein spektakulärer Feldversuch mit einer neuen Generation von Schneekanonen. In Start-Up-Unternehmen aus Niederösterreich hat den Neuschnee-Generator entwickelt, der jetzt getestet wird. Der Generator ähnelt einem Ballon, ist drei Meter hoch und misst 2,5 Meter im Umfang.

Technologie 12.11.2014

Die Natur als Vorbild

Neuer Schneegenerator

Hauer

Aus dieser "Wolke" wird es schneien.

Wie in der Natur soll in der "Wolke" Schnee auf natürlich Art produziert werden, sagt Michael Bacher der den Schneegenerator miterfunden hat. Von unten wird Wasser in die Wolke gespritzt, ein Ventilator zerstäubt das Wasser, im inneren der Wolke treffen die Wasserpartikel auf feine Eiskristalle. Daraus wachsen, wie in der Natur, Schneekristalle. Haben sie eine gewisse Größe erreicht, fällt der Pulverschnee unten aus dem Ballon. Bis zu 15 Kubikmeter-Schnee sollen so pro Wolke in der Stunde produziert werden können.

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Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 12.11. um 13:55.

Grafik der Schneewolke

Bacher

So funktioniert die "Schneewolke".

Herkömmliche Schneekanonen brauchen viel Wasser und Strom für die Erzeugung von Technischen Schnee. Aus einem Kubikmeter Wasser werden bei guten Verhältnissen rund zwei Kubikmeter Schnee. In der Wolke sollen aus der gleichen Wassermenge bis zu 15 Kubikmeter Pulverschnee wachsen. Auch der Stromverbrauch sei um vieles geringer - einzig der Ventilator, der das Wasser in der Wolke verteilt, braucht Strom, und kann an eine einfache Steckdose angesteckt werden.

Den gesamten Winter über wird die Wolke jetzt im Ötztal getestet. Dann soll der erste serienreife Prototyp gebaut werden. Läuft alles nach Plan könnte die Wolke im Winter 2015/16 als Serienprodukt am Markt sein. Die Kosten werden ähnlich hoch wie für eine herkömmliche Schneekanone sein. Einsatzgebiet in Obergurgel wird im Funpark und am Kinderhügel sein. Fix montiert wird hier Pulverschnee aus der Wolke rieseln, der dann mit Pistenraupen verschoben wird.

Wolfgang Böhmer, Ö3

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