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Erstes von Philae gemachtes Bild von der Oberfläche des Kometen "Tschuri"

"Philae": Die Batterie ist leer

In der Nacht auf Samstag kurz vor zwei Uhr früh war dann Schluss: Das Minilabor "Philae" hat seine Arbeit auf dem Kometen "Tschuri" vorerst eingestellt. "Signalverlust, keine weitere Kommunikation mehr", teilte die europäische Weltraumagentur ESA in einer Twitter-Botschaft mit.

Rosetta-Mission 15.11.2014

Nach einer holprigen Landung war "Philae" auf der schattigen Seite des Kometen aufgekommen, was ein Nachladen vorerst unmöglich macht. Erst im August nächsten Jahres bekommt "Philae" wieder genug Sonnenlicht.

Bevor der Roboter schließlich in den Schlafmodus überging, übermittelte er nach ESA-Angaben noch alle wissenschaftlichen Daten zu einem Bohrversuch. Dies soll eine Analyse des Kometengesteins ermöglichen.

"Lander nur das Sahnehäubchen"

"Philae" war am Mittwochnachmittag auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, kurz "Tschuri", gelandet. Die Batterie war für eine Energielieferung von etwa 60 Stunden programmiert, danach sollten Solarbatterien einspringen. Doch die Positionierung des Roboters lief nicht ganz glatt. Beim Aufsetzen wurden zwei Harpunen zum Verankern von "Philae" nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufsetzen des Labors auf dem Kometen funktionierte ebenfalls nicht. "Philae" wurde zweimal in den Weltraum zurückgestoßen und landete schließlich deutlich vom eigentlichen Zielort entfernt in Schräglage.

Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die "Rosetta"-Sonde das eigentliche Hauptgerät der Mission sei, so Wolfgang Baumjohann, Chef des Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das an fünf Instrumenten von "Rosetta" und "Philae" beteiligt ist: So spektakulär die Landung von "Philae" auch war, der Lander sei nur "das Sahnehäubchen".

Mit der Mission wollen die Experten einen Blick in "die Kinderstube des Sonnensystems", das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand, erhalten. Kometen sollen weitgehend unveränderte Materie aus dieser Zeit enthalten - sie gelten als Boten der Vergangenheit. Die Forscher erhoffen sich auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens.

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ORF.at/APA