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Porträtfoto von Anne Glover

EU-Kommission ohne Wissenschaftsberatung

Die EU-Kommission hat ab sofort keine wissenschaftliche Beraterin mehr. Die Funktion des "Chief Scientific Advisers", die die Schottin Anne Glover innehatte, hat mit dem Ende der Barroso-Kommission aufgehört zu existieren.

Forschungspolitik 17.11.2014

Anne Glover - eine anerkannte Biologieprofessorin - war die erste wissenschaftliche Chefberaterin der EU-Kommission und wird vorläufig auch die letzte sein. Denn der neue Kommissionspräsident Jean Claude Juncker hat sich noch nicht entschieden, wie er eine unabhängige wissenschaftliche Beratung künftig organisieren will.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 17.11., 13:55 Uhr.

Glover wollte - wie sie einmal in einem Interview gesagt hat - der Politik vermitteln, dass die Wissenschaften zu den Grundpfeilern unserer europäischen Kultur gehören, sie wollte das Wissen von Forschern in die Politik bringen. Seit letzter Woche ist sie dazu aber nicht mehr befugt. Die Streichung des Postens - der erst vor zwei Jahren eingeführt worden war - sorgt europaweit für Empörung; vor allem, dass der Posten just am 12. November gestrichen worden ist.

An jenem Tag, wo im Zuge der Weltraummission Rosetta die ganze Welt die Landung eines kleinen Forschungsroboter auf einem Kometen und damit Europas wissenschaftliche Leistungen bestaunt hat. Die Abschaffung des Postens sei ein Fehler, heißt es vonseiten vieler, Europa brauche eine Stärkung der wissenschaftsbasierten Politikberatung, keine Schwächung.

Gudrun Stindl, Ö1 Wissenschaft

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