Standort: science.ORF.at / Meldung: "Ein Name für das häufigste Mineral"

Spuren des neu benannten Minerals Bridgmanit

Ein Name für das häufigste Mineral

Das Mineral, aus dem mehr als ein Drittel unserer Erde besteht, hat dank eines Meteoriten nun endlich einen Namen erhalten. Dieser enthält nämlich Spuren des Gesteins, die jetzt von Forschern analysiert wurden. Die Analyse von natürlichen Proben ist eine notwendige Voraussetzung für die Namensgebung.

Gesteinskunde 28.11.2014

Das Mineral ist üblicherweise nur tief im Inneren der Erde stabil, in Tiefen von etwa 660 Kilometern unter der Oberfläche. Natürliche Proben irdischen Ursprungs sind daher außer Reichweite.

Die Studie in "Science":

"Discovery of bridgmanite, the most abundant mineral in Earth, in a shocked meteorite" von Oliver Tschauner et al., erschienen am 28. November 2014.

Man wusste allerdings bereits, dass das Mineral auch an anderer Stelle entstehen kann, vorausgesetzt der Druck ist hoch genug, wie etwa bei der Kollision von Asteroiden im All. Bisherige Analysen sind jedoch fehlgeschlagen.

Langgesuchte Probe

Bridgmanit, Mineral

Chi Ma / Caltech

Spuren des Minerals Bridgmanit im Meteoriten.

Für die aktuelle Studie haben die Forscher um Oliver Tschauner von der University of Nevada einen Meteoriten untersucht, der 1879 in Australien auf die Erde stürzte. Der Stein muss demnach beim Zusammenstoß kurzzeitig Temperaturen von etwa 2.100 Grad Celsius ausgesetzt gewesen sein, zudem einem Druck der 240-tausend Mal höher ist als normaler Luftdruck.

In den kleinen, dunklen Adern des Meteoriten fanden die Wissenschaftler 20 bis 30 Mikrometer große Tropfen des gesuchten Minerals, das bisher als Silizium-Perowskit bezeichnet wurde. Berechnungen zufolge macht es etwa 38 Prozent des Erdvolumens aus. Dank der neuen Analyse hat das so reichlich vorhandene Mineral nun endlich auch einen offiziellen Namen; nämlich Bridgmanit. Gewählt wurde der Name zu Ehren des Physikers Percy Bridgman, der 1946 für seine Arbeit auch den Nobelpreis erhielt. Er gilt als Pionier der Analyse von Mineralien unter Hochdruck.

Eva Obermüller, science.ORF.at

Mehr zum Thema: