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EU-Forschungsrat zeichnet drei Österreicher aus

Wie entsteht Blutkrebs? Wie können Hochenergiebatterien effizienter werden? Und: Wie kann das menschliche Auge am Computer nachgebildet werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich österreichische Jungforscher - und dafür hat jeder von ihnen einen mit je 1,5 Mio. Euro dotierten "Starting Grant" der EU bekommen.

Starting Grants 02.12.2014

Konkret handelt es sich bei den Ausgezeichneten um Florian Grebien vom Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung sowie den Materialforscher Stefan Freunberger und den Computertechniker Thomas Pock, beide von der Technischen Universität (TU) Graz. Mit dem ERC fördert die EU seit 2007 Grundlagenforschung in Europa.

Forschungsschwerpunkte

Florian Grebien will mit dem Förderpreis seine seit Beginn dieses Jahres bestehende Forschungsgruppe ausbauen, in der er die Entstehung und das Fortschreiten von Blutkrebs untersucht. "Durch funktionelle Studien wollen wir aus allen menschlichen Genen eine begrenzte Anzahl von Kandidaten identifizieren, die uns zu bisher unbekannten molekularen Schwachstellen in einer Krebszelle führen", erklärte Grebien in einer Aussendung der LBG.

Stefan Freunberger vom Institut für Chemische Technologie von Materialien an der TU Graz erhält den "Starting Grant" für seine Forschungsarbeiten im Bereich von Hochenergiebatterien und dem neuartigen Konzept sogenannter organischer Ionen- und Elektronen-Gemischtleiter. "Dies kann Batterien ermöglichen, die - anders als jetzige - auf nachhaltigen Materialien basieren und gleichzeitig eine wesentlich höhere Kapazität aufweisen", so Freunberger in einer Aussendung der Uni.

Thomas Pock vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz will mit der Auszeichnung seine Arbeiten im Bereich Computer Vision fortsetzen. Sein Vorbild ist das menschliche Sehvermögen, das in Sekundenbruchteilen Tausende verschiedene Objekte erkennen und dennoch Unterscheidungen anhand kleinster Details treffen kann. Dieses vor allem auf einem sehr effizienten hierarchischen System beruhende Konzept will Pock mit seinem Forschungsteam "mit Hilfe mathematischer Modelle verstehen, beschreiben und auf praktische Probleme in der Computer Vision anwenden".

Sofja Kovalevskaja-Preis für Österreicher

Einen der höchstdotieren Wissenschaftspreise Deutschlands bekam der österreichische Mathematiker Roland Donninger (1977 in Ried im Innkreis, OÖ, geboren). Gemeinsam mit zehn weiteren Laureaten erhielt er kürzlich einen mit 1,5 Millionen Euro dotierten Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Er wechselte dafür von der ETH Lausanne (Schweiz) an das Mathematische Institut der Universität Bonn. Ziel der Förderung ist es, international umworbene Forschertalente bereits zu Beginn ihrer Karriere in Kooperationen mit Wissenschaftern aus Deutschland einzubinden. Das Hauptarbeitsgebiet Donningers ist die Analyse von nichtlinearen Wellengleichungen. Deren Anwendungsgebiete reichen von der allgemeinen Relativitätstheorie über die Teilchenphysik bis zu Wasserwellen.

science.ORF.at/APA