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Künstlerische Darstellung des Exoplaneten Gliese 581g

Neue Teleskope suchen nach Exoplaneten

Wenn Exoplaneten vor ihrem Mutterstern vorbeiziehen, kann man die dabei entstehenden winzigen Schatten messen. Astronomen erhoffen sich dadurch Rückschlüsse auf Masse, Dichte und Zusammensetzung der Planeten. Neue, besonders empfindliche Instrumente sollen nun neue Messdaten liefern.

Astronomie 14.01.2015

Konkret handelt es sich um zwölf Teleskope beim Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Diese Teleskope des "Next-Generation Transit Survey" (NGTS) wurden von der Firma Astrosysteme Austria in Neumarkt im Mühlkreis (OÖ) geliefert.

NGTS soll dabei insbesondere Planeten von der Größe Neptuns oder kleiner entdecken. Bei dem Projekt handelt es sich um die Nachfolge des Projekts "Super-Wasp", mit dem zahlreiche neue Planeten entdeckt wurden und das bis heute führend beim Nachweis von großen Gasplaneten ist.

Automatisierte Messungen

Links:

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Teleskope berichtete auch "Wissen Aktuell am 14. Jänner 2015 um 13.55 Uhr.

Diese technische Zeichung zeigt die komplette Anlage des "Next-Generation Transit Survey" (NGTS).

ESO/R. West

Diese technische Zeichnung zeigt die komplette Anlage des "Next-Generation Transit Survey" (NGTS).

Die Anlage ist so konzipiert, dass sie völlig automatisiert kontinuierlich die Helligkeit von mehreren 100.000 vergleichsweise hellen Sternen vermessen wird. Dabei soll eine bisher für derartige bodengebundene Instrumente unerreichte Genauigkeit erzielt werden, heißt es in einer Aussendung der ESO.

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, kleine Planeten zu finden, die große Helligkeitsunterschiede ihres Muttersterns verursachen. Dadurch wird es möglich, die Planetenmasse genau zu bestimmen, woraus sich auf ihre Dichte und Zusammensetzung rückschließen lässt. Bei solchen Planeten könnte es auch möglich sein, ihre Atmosphären näher zu untersuchen.

Bisher sind nur sehr wenige Planeten bekannt, die solche Messungen erlauben. Die Astronomen hoffen, mit NGTS viele zusätzliche Kandidaten zu finden.

Für alle Astronomen zugänglich

Diese langzeitbelichtete Aufnahme bei Nacht zeigt die NGTS-Teleskope während der Testphase. Der hell leuchtende Mond erscheint in der Mitte des Bildes.

ESO/G. Lambert

Diese langzeitbelichtete Aufnahme bei Nacht zeigt die NGTS-Teleskope während der Testphase. Der hell leuchtende Mond erscheint in der Mitte des Bildes.

Die neue Anlage wurde von einem Konsortium britischer, Schweizer und deutscher Wissenschaftler errichtet. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des ESO-Observatoriums am Berg Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste mit ihren ausgezeichneten Beobachtungsbedingungen.

Die gesammelten Daten werden im ESO-Archiv gespeichert und sind so Astronomen auf der ganzen Welt zugänglich. Die von NGTS entdeckten Planeten sollen dann als Prioritätsziele an große Teleskope für weiterführende Analysen weitergeleitet werden.

Optimierte Messgeräte

Bei den zwölf vom Teleskopbauer Astrosysteme Austria (ASA) gelieferten Instrumenten handelt es sich um modifizierte Versionen hochqualitativer kommerzieller 20-Zentimeter-Teleskope. Die Systeme sind nach Angaben von ASA für Wellenlängen zwischen 600 und 900 Nanometer optimiert und würden damit maximale Empfindlichkeit für helle aber kleine Sterne bieten.

Der Auftragswert für das Unternehmen belief sich auf rund 150.000 Euro, wie Dietmar Weinzinger von ASA auf APA-Anfrage sagte.

Das Mühlviertler Unternehmen hat auch schon die Teleskope für das von Polen geleitete Projekt "Solaris" geliefert, das Exoplaneten sucht, die ein Doppelsternsystem umkreisen. Dafür wurden automatisierte Sternwarten entwickelt, die mit autonomen, robotischen Teleskopen ausgerüstet sind und an Standorten in Australien, Argentinien und Südafrika aufgestellt wurden.

science.ORF.at/APA

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