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Asteroid kollidiert mit der Erde

Forscher entdeckten riesigen Krater

Forscher haben in der Antarktis per Zufall aus der Luft einen gigantischen Eiskrater mit einem Durchmesser von rund zwei Kilometern entdeckt. Möglicherweise stammt er vom Einschlag eines außerirdischen Körpers mit einer Größe, wie er laut einer Studie nur alle 5.200 Jahre die Erde trifft.

Antarktis 14.01.2015

Entdeckt wurde der Krater zufällig bei einem Forschungsflug kurz vor Weihnachten über das König-Baudouin-Schelfeis. Die Geophysiker Graeme Eagles, Christian Müller und Tobias Binder tippten gleich auf einen Einschlag eines riesigen Meteoriten. "Weil die Struktur so auffällig konzentrisch-kreisförmig ist", erklärt Expeditionsleiter Eagles vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.

100 Meter Durchmesser

Der in der Antarktis entdeckte Krater ist im Zentrum des Bildes zu sehen.

Tobias Binder, Alfred-Wegener-Institut

Nicht ganz leicht zu erkennen, aber bei genauem Hinsehen sieht man im im Zentrum des Bildes den in der Antarktis entdeckten Krater.

Sollte die Vermutung stimmen, dann hatte der Meteorit gigantische Ausmaße - und zwar einen Durchmesser von 100 Metern. "Einer 2006er Studie zufolge erlebt die Erde so einen Einschlag einmal in 5.200 Jahren", berichtet der Eagles, der mit seinem Team noch bis Anfang Februar Messungen zur geodynamischen Entwicklung des Afrika zugewandten Teils der Antarktis macht.

Der Fund von Gesteinen kosmischen Ursprungs ist im ewigen Eis an sich nichts Außergewöhnliches, betont Wissenschaftler Binder im AWI-Eisblog. Die Körper werden durch die Kälte vor Korrosion geschützt, und da sie meist dunkel sind, sind sie leicht zu erkennen.

Abgelegenes Gebiet

Dass den jetzt entdeckten Krater bisher noch niemand zu sehen bekam, erklärt Eagles mit der Abgelegenheit des betreffenden Schelfeisgebiets. Auch seine Kollegen und er waren durch Zufall dort hingekommen. Sie hatten die geplante Route geändert, nachdem ein Datenmessgerät ausgefallen war.

Zunächst vermuteten die Wissenschaftler, dass der Krater bei einem Meteoriteneinschlag 2004 entstanden ist, der unweit der Fundstelle von amerikanischen und kanadischen Forschern registriert worden war. Doch inzwischen schließen die Forscher das aus. "Mittlerweile haben wir Satellitenbilder der 1990er Jahre gesehen, wo die Struktur schon abgelichtet worden ist", erläutert Eagles.

Datenauswertung beginnt

Bisher ist der Aufprall als Ursache für den Krater nur eine Vermutung der Forscher. "Keiner von uns ist Experte für Schelfeis", betont Eagles. Doch seine Kollegen und er haben sich in der Literatur schlaugemacht. Darin fanden sie keine andere Erklärung für solch einen Kreis in einer auf dem Meer schwimmenden Eisdecke. Sobald die Forscher wieder zurück in Bremerhaven sind, werden sie die mit Hilfe eines Radars und eines Lasersystems gemessenen geophysikalischen Daten vom Krater auswerten.

"Wir hoffen, in wenigen Monaten genauere Aussagen in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung zusammenfassen zu können", so Eagles. Sollte die Vermutung zur Gewissheit werden, sind weitere Untersuchungen an der Einschlagstelle geplant.

science.ORF.at/dpa

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