Standort: science.ORF.at / Meldung: "Vorbeiflug von Asteroid: "Keine Gefahr""

Illustration eines an der Erde vorbeifliegenden Asteroiden

Vorbeiflug von Asteroid: "Keine Gefahr"

Am Montag fliegt der Asteroid "2004 BL86" an der Erde vorbei - laut US-Raumfahrtagentur NASA so knapp wie kein anderer bisher registrierter Himmelskörper seiner Größe. Abwehrexperten bleiben gelassen: Bei dem Asteroiden bestehe keine Gefahr, dass er die Erde trifft.

Astronomie 23.01.2015

"Seine Bahn ist relativ gut bekannt", sagte Gerhard Drolshagen, der bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Noordwijk auf erdnahe Objekte spezialisiert ist. Der Gesteinsbrocken wird am 26. Jänner in einer Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern am blauen Planeten vorbeifliegen, das ist etwa das Dreifache der Distanz zwischen Erde und Mond. "2004 BL86" habe einen Durchmesser von 450 bis 900 Metern und sei damit verhältnismäßig groß, so Drolshagen.

Ob Hobbyastronomen in Österreich den Asteroiden sehen können, ist wegen der Wetterlage derzeit noch unklar. In jedem Fall wird laut Experten ein kleines Teleskop benötigt. Experten werden den Asteroiden jedenfalls nicht unbeobachtet lassen, da seine Maße noch nicht genau bekannt sind.

Video abspielen

NASA-Animation des Vorbeiflugs

Wie auf einer Straßenkreuzung

Das Heranrasen von "2004 BL86" weckt Erinnerungen. Über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk explodierte 2013 ein kleinerer solcher Himmelskörper. Trotzdem wurden rund 7.000 Gebäude beschädigt, etwa 1.500 Menschen verletzt. Die Explosion soll die zerstörerische Kraft von 30 bis 40 Hiroshima-Atombomben gehabt haben. Drolshagen vergleicht eine Kollision zwischen Erde und Himmelskörper mit einer Straßenkreuzung. Die Bahn eines Asteroiden dürfe schon die Umlaufbahn der Erde kreuzen. "Es dürfen aber nicht beide zum gleichen Zeitpunkt an gleicher Stelle sein."

Rangliste möglicher Gefahren

Die ESA habe eine Risikoliste, in der fast 500 erdnahe Objekte festgehalten sind - logischerweise nur die, die bekannt sind. Als besonders gefährlich und damit auf Platz eins stehe der Asteroid "2009 FD". Er soll laut Drolshagen zwar erst 2185 im Erdumfeld ankommen, das Risiko für einen Einschlag liege aber bei 1 zu 369. "Das ist relativ hoch." Viel früher - im Mai 2022 - kommt "2009 JF1" mit einer Einschlaggefahr von eins zu 3.000.

Grundsätzlich gebe es Möglichkeiten, die Gefahr heranrasender Objekte zu entschärfen, erklärte der Experte. Sie müssten mit einem hochgeschossenen Satelliten entweder von hinten angestoßen, also beschleunigt, oder von vorn getroffen, also gebremst, werden.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zu dem Thema: