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Der Komet Tschuri

"Tschuri" schüttelt den Staub von vier Jahren ab

Die Sonne verhilft "Tschuri" zu einem neuen Äußeren: Denn je näher der Komet der Sonne kommt, desto aktiver wird er. Durch die Sonnenwärme verliert er den Staub der vergangenen vier Jahre - er wird von ausströmendem Gas mitgerissen. "Der Komet streift seine Hülle ab", berichten Forscher.

Astronomie 26.01.2015

Schon in einigen Monaten könnte sich das Antlitz von "Tschuri" verändert haben, heißt es in der Studie eines internationalen Forscherteams um Rita Schulz von der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Die Wissenschaftler haben die Staubhülle des Kometen mit dem Instrument Cosima an Bord der ESA-Raumsonde "Rosetta" analysiert.

Staub für Sternschnuppen

"Rosetta" hat Staubkörnchen des Kometen eingefangen und analysiert. Die größeren Körnchen mit einem Durchmesser von mehr als einem Zwanzigstel Millimeter sind demnach locker-flockig und bemerkenswert reich an Natrium. Die Forscher schließen daraus, dass dieser Staub die Sternschnuppenströme formt, die auf den Bahnen von Kometen bekannt sind.

Sie gehen davon aus, dass sich der jetzt beobachtete Staub in den vergangenen vier sonnenfernen Jahren des Kometen angesammelt hat und sich "Tschuris" Staubzusammensetzung wesentlich ändern wird, wenn frisches Material an die Oberfläche gelangt.

Bizarre Formen

Erstes von Philae gemachtes Bild von der Oberfläche des Kometen "Tschuri"

ESA/Rosetta/Philae/CIVA

Zerklüftete Oberfläche: Viele Furchen und Risse zieren "Tschuris" Äußeres.

Der schwarze Komet besitzt grob die Form einer Badeente mit einem kleineren Kopf und einem größeren Körper, die über einen schmalen Hals verbunden sind. Der Kopf hat in etwa einen Durchmesser von zwei Kilometern, der Körper ist rund vier Kilometer lang.

Es gibt bis zu 700 Meter hohe Klippen, Staubdünen, Ebenen und Furchen. Viele Gegenden sind von einer vermutlich meterhohen Staubschicht bedeckt. Am Hals gibt es einen langen Riss, der Folge einer mechanischen Belastung sein könnte. Darüber hinaus wurden bis zu 200 Meter tiefe und bis zu 300 Meter breite zylinderförmige Löcher entdeckt. Deren Wände haben eine Art Gänsehaut - sie sind mit etwa drei Meter großen Klumpen gepflastert.

So schwer wie Kork

"Tschuri" ist mit 470 Kilogramm pro Kubikmeter etwa so schwer wie Kork. Möglicherweise ist sein Kern porös und zu 70 bis 80 Prozent leer. Bereits jetzt ist der Komet überraschend aktiv. In den vergangenen Monaten hat er viermal so viel Staub ins All gespuckt wie Gas - normalerweise produzieren Kometen mehr Gas als Staub.

Bis zur größten Annäherung an die Sonne wird die Aktivität noch um den Faktor 100 zunehmen, erwarten die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

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