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Fünf Himmelskörper, deren Größen vergleichbar sind mit jener der Erde, umkreisen den Stern Kepler-444 in der Konstellation Leier.

Bisher ältester Stern mit erdähnlichen Planeten

Lebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Dies legt die Entdeckung des bisher ältesten bekannten Sonnensystems mit Planeten von erdähnlicher Größe nahe.

Astronomie 28.01.2015

Mit Messdaten des Weltraumteleskops Kepler fanden britische und deutsche Forscher fünf solcher vergleichsweise kleinen Planeten beim Stern Kepler-444, dessen Geburtsstunde etwa 11,2 Milliarden Jahre zurückliegt. Damit ist dieses Planetensystem laut einer Aussendung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen fast zweieinhalb Mal so alt wie unser Sonnensystem.

Ähnlich unserem Sonnensystem

Die Studie:

"An ancient extrasolar system with five sub-Earth-size planets" ist am 27. Jänner 2015 im Fachmagazin "Astrophysical Journal" erschienen.

Links:

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Entdeckung berichten auch Wissen Aktuell am 28. Jänner 2015 um 13.55 Uhr sowie die Journale.

Fünf Himmelskörper, deren Größen vergleichbar sind mit jener der Erde, umkreisen den Stern Kepler-444 in der Konstellation Leier.

Tiago Campante / Peter Devine

Fünf Himmelskörper, deren Größen vergleichbar sind mit jener der Erde, umkreisen den Stern Kepler-444 (künstlerische Darstellung).

Das Planetensystem um den Stern Kepler-444 mutet laut MPS wie eine weit entfernte Ausgabe unseres eigenen inneren Sonnensystems mit den vier Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars an.

Allerdings kreisen um Kepler-444 im Sternbild Leier gleich fünf kleine Planeten, deren Größen jeweils zwischen denen von Merkur und Venus liegen.

Asteroseismologie

Für seine Auswertungen bediente sich das Forscherteam der Methoden der sogenannten Asteroseismologie: Mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler beobachteten sie die natürlichen Schwingungen des Sterns Kepler-444. Diese Resonanzen werden von Schallwellen erzeugt, die im Stern gefangen sind und ihn zum Schwingen bringen.

"Die Schwingungen verursachen winzige Helligkeitsschwankungen in dem Licht, das der Stern ins All strahlt", erläuterte die MPS-Forscherin Saskia Hekker. "Ihnen können wir Durchmesser, Masse und Alter des Sterns entnehmen."

Aus Schatten Größe berechnet

Die Planeten um den fernen Stern wurden dann den Angaben zufolge in einem zweiten Schritt aufgespürt: Wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn aus Sicht des Weltraumteleskops vor seinem Stern vorbeizieht, verdeckt er ihn zum Teil und dämpft sein Licht. Daraus lässt sich das Größenverhältnis von Planet und Stern berechnen.

Die fünf Exoplaneten umrunden den Stern Kepler-444 übrigens in weniger als zehn Tagen und in einem Abstand, der weniger als ein Zehntel der Entfernung zwischen Erde und Sonne beträgt.

Schon früher lebensfreundliche Welten?

"Die neue Entdeckung hat weitreichende Folgen für unser heutiges Bild des Universums", zitierte das MPS den Wissenschaftler Tiago Campante von der Universität Birmingham, der die Studie leitete.

Der Fund belege, dass während des Großteils der etwa 13,8 Milliarden Jahre währenden Geschichte des Universums Planeten von erdähnlicher Größe entstanden seien. "Wir halten es deshalb für denkbar, dass auch in den frühen Phasen des Universums lebensfreundliche Welten existiert haben könnten", unterstrich Hekker.

science.ORF.at/APA/AFP

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