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Planet Mars mit rötlicher Oberfläche

Einschlag verformte den Mars

Schweizer Geophysiker haben eine neue Erklärung für die beiden auffallend ungleichen Halbkugeln des Planeten Mars. Demnach schlug vor Milliarden Jahren ein großer Himmelskörper in den Mars-Südpol. Das widerspricht früheren Theorien, die einen Einschlag in den Nordpol annehmen.

Geophysik 29.01.2015

Der Geophysiker Giovanni Leone von der ETH Zürich hat seine Theorie aus Computersimulationen abgeleitet. Leone hatte sich schon in früheren Arbeiten mit anderen Aspekten des Roten Planeten auseinandergesetzt.

Die Studie in den "Geophysical Research Letters":

"Three-dimensional simulations of the southern polar giant impact hypothesis for the origin of the Martian dichotomy" von G. Leone et al., erschienen im Dezember 2014.

Dessen Halbkugeln sind so unterschiedlich wie bei keinem anderen Planeten in unserem Sonnensystem: Die Nordhemisphäre ist geprägt von flachen Tiefländern mit nur wenigen Vulkanen. Auf der Südhalbkugel dagegen finden sich Hochländer voll von unzähligen Vulkanen.

Von Magma-Ozean zu Hochland

Laut Leone hat in der Frühgeschichte des Sonnensystems ein großer Himmelskörper in den Südpol des Mars eingeschlagen. Er bestand mehrheitlich aus Eisen und hatte einen Radius von mindestens 1.600 Kilometern (zum Vergleich: Der Erdradius misst gut 6.300 Kilometer).

Der Einschlag erfolgte "nur" vier bis 15 Millionen Jahre, nachdem der Rote Planet entstanden war - eine noch sehr dünne Kruste bedeckte sein flüssiges Inneres. Der Einschlag erzeugte so viel Energie, dass ein Magma-Ozean entstand, so groß wie die gesamte Südhalbkugel. Das flüssige Gestein erstarrte mit der Zeit zum bergigen Hochland, das noch heute besteht.

Zudem setzte der Einschlag starke vulkanische Aktivitäten in Gang. In Leones Simulation kam der Mars vor rund 3,5 Milliarden Jahren zur Ruhe. Seither gibt es auf dem Planeten weder Vulkanismus noch ein Magnetfeld.

Dies und verschiedene andere Szenarien von Leones Computersimulation stimmen mit Beobachtungen und Messungen anderer Wissenschaftler überein. Sie bildeten die tatsächliche Verteilung des Vulkanismus auf der Südhalbkugel beinahe deckungsgleich ab, so Leone.

Die Erkenntnisse stehen früheren Theorien diametral entgegen: Die wichtigste publizierten 1984 zwei amerikanische Forscher. Sie nahmen den Einschlag eines riesigen Himmelskörpers in die Nordhalbkugel an.

science.ORF.at/APA/sda

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