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"Philae" beim Landen

Genauer Ort von "Philae" weiter unklar

Auch zehn Wochen nach der Landung von "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" ist noch immer nicht klar, wo genau das geschehen ist. Das Gebiet konnte zwar auf eine 350 mal 30 Meter große Region eingegrenzt werden. Aufnahmen der Sonde "Rosetta", die "Tschuri" umkreist, haben den Lander bisher aber nicht eindeutig identifizieren können.

Astronomie 02.02.2015

Die Suche nach "Philae" wird vor allem durch unübersichtliche Geröllfelder und schwierige Belichtungsverhältnisse auf der Kometenoberfläche erschwert.

Demnach muss die endgültige Landestelle von "Philae", die mittlerweile den Namen "Abydos" trägt, ein unwirtlicher Ort mit hohen Klippen und einer zerfurchten Oberfläche sein. "Für das Auffinden von Philae ist dieses Gebiet äußerst ungünstig", erklärte Holger Sierks, der das Team des wissenschaftlichen Kamerasystems "Osiris" an Bord der "Rosetta" leitet.

Bereich auf "Tschuri", in dem "Philae" vermutet wird

ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Bereich auf "Tschuri", in dem "Philae" vermutet wird (rote Markierung)

"Haben mehrere 'Philaes' gesehen

"Im Grunde haben wir mehrere 'Philaes' gesehen", meinte der österreichische Landungsleiter der Mission, Stephan Ulamec. "Und genau darin liegt das Problem: Es ist sehr schwierig, 'Philae' von Merkmalen der Kometenoberfläche zu unterscheiden, die so ähnlich aussehen."

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA plant keine weiteren spezifischen Bildsuchen nach dem Lander. "Tschuri" nähert sich in den nächsten Monaten immer stärker der Sonne an, erwärmt sich und wird deshalb immer aktiver. Die Gas- und Staubfontänen, die er zunehmend ausstößt, erschweren die Kontrolle von "Rosetta".

Zurzeit befindet sich die Sonde in einem Umlauf von 30 Kilometern über dem Kometen, Mitte Februar soll sie sich noch einmal kurz bis auf sechs Kilometer annähern - die Perspektive wird dann aber nicht geeignet sein, nach "Philae" zu suchen.

science.ORF.at

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