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Milchstraße mit Spiralarmen

Viel Dunkle Materie im Herzen der Milchstraße

Sterne, Planeten und Menschen: Diese "normale" Materie stellt nur einen Bruchteil des Inhalts im Universum dar. Viel häufiger ist die Dunkle Materie, deren Natur bisher aber völlig unbekannt ist. Auch die innere Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, besitzt laut einer neuen Analyse große Mengen dieser Dunklen Materie.

Astronomie 09.02.2015

Dies berichtet ein Team um Fabio Iocco vom Institut für Theoretische Physik an der Universität Madrid.

Schwerkraft hält sie zusammen

Die Studie:

"Evidence for dark matter in the inner Milky Way" von Fabio Iocco und Kollegen ist am 9. 2. 2015 in "Nature Physics" erschienen.

Die unsichtbare Dunkle Materie macht sich nur durch ihre Schwerkraft bemerkbar. Das zeigt sich unter anderem an der Rotationsgeschwindigkeit ferner Galaxien: Sie drehen sich so schnell, dass sie trotz der Schwerkraft all ihrer Sterne, Gas- und Staubwolken auseinander fliegen würden. Es muss daher eine unsichtbare, Dunkle Materie diese Galaxien mit ihrer zusätzlichen Schwerkraft zusammenhalten.

Das sollte im Prinzip auch für unsere Heimatgalaxie gelten, die Milchstraße. Allerdings sind die Verhältnisse hier nur schwer zu messen, weil wir nicht von außen auf die Milchstraße schauen können. Frühere Untersuchungen unterschiedlicher Art haben teils widersprüchliche Ergebnisse geliefert.

Die Forscher um Iocco haben nun das "dunkle Herz" der Milchstraße erkundet, indem sie die neuesten und besten Geschwindigkeitsmessungen an 2.780 Sternen, Gaswolken und sonstigen Himmelskörpern mit der kartierten Verteilung der gewöhnlichen Materie in der Milchstraße verglichen haben.

Die Analyse zeigt, dass es auch innerhalb der Sonnenbahn schon eine erhebliche Menge Dunkler Materie in der Milchstraße geben muss. Die genaue Menge geben die Forscher nicht an. Sie hoffen jedoch, dass sich mit ihrer Analyse die Struktur der inneren Milchstraße besser bestimmen lässt.

science.ORF.at/dpa

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