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Seniorin in gebückter Haltung

Demenzerkrankungen nehmen weiter zu

Demenzerkrankungen betreffen immer mehr Menschen in Österreich. Bis 2050 wird sich der Anteil der Demenzpatienten an der Gesamtbevölkerung in etwa verdoppeln. Dies geht aus dem neuen "Österreichischen Demenzbericht 2014" von Gesundheits-und Sozialministerium hervor.

Demenzbericht 2014 11.02.2015

Der Report, der als Grundlage für eine zukünftige gesamtstaatliche Strategie in Sachen Demenzerkrankungen dienen soll, wurde von der "Gesundheit Österreich GmbH" im Auftrag der beiden Ministerien erstellt.

Die Präsentation erfolgte Mittwochmittag in Wien. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) vermerkt in ihrem Vorwort unter anderem: "Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen mit irgendeiner Form der Demenz. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird sich dieser Anteil bis zum Jahr 2050 verdoppeln und der Betreuungs- und Pflegebedarf wird somit weiter steigen. Hierbei wird die Versorgung von Menschen mit Demenz eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden."

Viele Schattierungen

Weil es sich bei diesen Erkrankungen, die derzeit nicht heilbar sind, um Leiden handelt, die sowohl einen hohen Aufwand an Pflege, medizinischer Versorgung, Langzeitbetreuung, sozialen Diensten und ein oft extremes Engagement der Angehörigen der Patienten bedingen, ist das Gesamtproblem ausgesprochen komplex. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) stellt dazu fest: "Das Thema Demenz hat viele Schattierungen. Es ist in erster Linie die menschliche Komponente, die für alle Beteiligten so schwer zu ertragen ist, wenn sich der geliebte Mensch verändert. In dieser Phase brauchen alle Beteiligten Hilfe. Hilfe brauchen sowohl der erkrankte Mensch wie auch die pflegenden Angehörigen, die von dieser Situation psychisch bis an ihre Grenzen gefordert werden."

Der sich vor allem mit den Daten und Fakten beschäftigende "Epidemiologiebericht" zum Thema Demenz soll vor allem - so der Minister - eine "umfassende Bestandsaufnahme" darstellen. Gleichzeitig soll er "der erste Schritt zur Entwicklung einer Demenzstrategie des Bundes" sein. Da auch die vorhandenen Versorgungsstrukturen dargestellt werden, soll der Report auch Auskunft über Bestand und zukünftige Erfordernisse geben.

science.ORF.at/APA

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