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Mausschwanzfledermaus im Flug

Falterschwänze verwirren Fledermäuse

Manche Nachtfalter tragen an ihrem Körper eigenartig lange Fortsätze. Eine Studie zeigt: Die überdimensionierten Ausläufer schützen offenbar gegen Angriffe durch Fledermäuse - sie stören die Echolotortung der nächtlichen Jäger.

Verhalten 17.02.2015

Augenflecken auf den Flügeln sind eine bekannte Räuberabwehr bei Schmetterlingen. Bisher war jedoch unbekannt, ob es ähnliche Strategien gegen akustische Jäger wie Fledermäuse gibt. Dies haben nun Forscher um Jesse Barber von der Boise State University (US-Bundesstaat Idaho) getestet:

Die Studie

"Moth tails divert bat attack: Evolution of acoustic deflection", PNAS (16.2.2015; doi: 10.1073/pnas.1421926112).

Sie befestigten grüne Luna-Nachtfalter ("Actias luna") an feinen Angelschnüren und ließen sie herumflattern. Bei der Hälfte der Falter entfernten die Forscher zuvor die Fortsätze. Dann untersuchten sie mithilfe von Infrarotkameras das Jagdverhalten der Großen Braunen Fledermaus ("Eptesicus fuscus").

Das Resultat: Falter mit Schwanzanhängen hatten eine um 47 Prozent größere Überlebenswahrscheinlichkeit. In 55 Prozent der Fälle attackierten die Fledermäuse außerdem die Anhängsel statt den Körper der Falter. Offenbar locken diese Fortsätze die Flugräuber auf irgendeine Art an, schreiben die Forscher im US-Fachjournal "PNAS".

Für das Fliegen spielten die Fortsätze indes keine Rolle, wie die Filmaufnahmen des Flugverhaltens zeigten. Da solche Anhängsel bei etlichen Nachtfalterarten unabhängig voneinander entstanden sind, scheine es sich um eine wirksame Abwehrstrategie gegen Fledermäuse zu handeln, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/APA/sda

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