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Flugzeug im Flug unter Wolken

"Lärm macht uns taub für Naturgeräusche"

An vielen Orten der Welt nimmt der Lärm ständig zu - das verringert einem US-Forscher zufolge die Fähigkeit der Menschen Naturgeräusche wahrzunehmen. "Diese antrainierte Taubheit ist ein wirkliches Problem", sagt Kurt Fristrup.

Wahrnehmung 17.02.2015

Der Wissenschaftler von der amerikanischen National Park Service Division hat seine Forschungsergebnisse nun bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS im kalifornischen San Jose vorgestellt.

Vortrag

"Predicting Sound and Light Levels at Large Spatial Scales", AAAS 2015 Annual Meeting, 16.2.2015.

"Wir konditionieren uns selbst so, dass wir die Informationen, die in unsere Ohren kommen, nicht mehr wahrnehmen. Dieses Geschenk, mit dem wir geboren sind - Dinge zu hören, die Hunderte Meter weit weg sind, all diese unglaublichen Geräusche - ist in Gefahr, verloren zu gehen", so Fristrup.

Selbst in Naturparks wird es lauter

Einerseits übertöne der Lärmpegel beispielsweise durch Autos und Flugzeuge Naturgeräusche wie Vogelsingen und Wasserplätschern, sagte Fristrup. Andererseits verstärkten viele Menschen den Effekt noch zusätzlich, indem sie sehr häufig auch außerhalb des Hauses über Kopfhörer Musik hörten. "Sogar in unseren Städten gibt es Vögel und Geräusche aus der Natur, die man genießen kann. Aber das geht verloren."

Fristrup und sein Team haben in den vergangenen zehn Jahren die Lärmbelastung an rund 600 Stellen in US-Nationalparks untersucht, darunter bei Touristen besonders beliebte Parks wie Yosemite und Yellowstone.

An deutlich mehr als der Hälfte dieser Orte liege der durchschnittliche Lärmpegel beispielsweise aufgrund von Motorbooten und Flugzeugen um drei Dezibel höher als ohne diese von Menschen verursachten Geräusche.

"Es hat mich vor allem überrascht, dass es wirklich überall und ständig Flugzeug-Lärm gab, sogar an den entlegensten Orten", sagte Fristrup. Er und sein Team erwarten, dass sich diese Lärmbelastung in den kommenden 30 Jahren mehr als verdoppeln wird.

science.ORF.at/dpa

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