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Hoff-Krabbe

Hoff-Krabben lieben Sprudelbäder

Diese Krabben mögen heiße Sprudelbäder und Gruppensex: Britische Forscher haben das Intimleben der bei vulkanischen Tiefseequellen lebenden Hoff-Krabben studiert. Benannt wurde die Art nach David Hasselhoff, dem Star der Fernsehserie Baywatch, wegen ihres haarigen Brustpanzers.

Tiefsee 03.03.2015

Die neue Art aus der Familie der Springkrebse war auf einer Expedition 2010 in der Nähe der Antarktis in über zwei Kilometern Wassertiefe entdeckt worden. Forscher der Universität Southampton haben nun mithilfe eines ferngesteuerten Forschungsunterseeboots das häusliche Leben der Krabben erkundet.

Die Studie in "Journal of Animal Ecology":

"In hot and cold water: differential life-history traits are key to success in contrasting thermal deep-sea environments" von Leigh Marsh et al, erschienen am 3. März 2015.

Zuoberst auf den hohen Kaminen aus Mineralablagerungen, die sich um die vulkanischen Quellen bilden, leben demnach die Chefs, die größten, männlichen Hoff-Krabben. Sie können bis zu 15 Zentimeter lang werden.

An der Basis der Kamine tummeln sich kleinere Männchen und Weibchen in "spektakulären Haufen, mehrere Krabbenschichten tief, wo sie sich zur Paarung treffen", wie die Hochschule schrieb. Die Forscher haben Krabbendichten von bis zu 600 Individuen pro Quadratmeter beobachtet.

Eigene Mikroben-Zucht

Männliche und weibliche Hoff-Krabbe

Leigh Marsh

Männliche und weibliche Hoff-Krabbe.

Die begatteten Weibchen krabbeln dann weg vom Krabbenhaufen und den heißen Quellen, deren Inhaltsstoffe für ihre Nachkommen giftig sein können. In einiger Entfernung von den Quellen fanden die Wissenschaftler nur noch Weibchen, die sich entwickelnde Jungtiere unter ihren aufgerollten Schwänzen trugen.

Dort müssen sie sich vor Feinden wie großen Seeanemonen und Schlangensternen in Acht nehmen. Zudem ist im eisigen Wasser auch ihr Metabolismus verlangsamt. Die Weibchen werden denn auch nur etwa fünf bis sechs Zentimeter groß.

Während sich die Weibchen um die Brut kümmern, klettern die Männchen auf die sprudelnden Kamine, wo sie reichlich Nahrung finden: Auf der behaarten Brust züchten die Hoff-Krabben nämlich Bakterien, die sich von den Mineralien im heißen Wasser ernähren. Die Krabben streifen die Mikroben ab und verspeisen sie. So können die Männchen deutlich größer werden als die Weibchen.

science.ORF.at/APA/sda

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