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Hände einer alten Frau

Gicht könnte vor Alzheimer schützen

Gichtpatienten könnten ein geringeres Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung haben. Darauf weist eine statistische Auswertung des "Health Improvement Network", eine Gesundheitsdatenbank der britischen Bevölkerung, hin.

Medizin 05.03.2015

Das Risiko, in einem Zeitraum von fünf Jahren an Alzheimer zu erkranken, lag bei Gicht-Patienten um 24 Prozent niedriger als bei Menschen ohne Gicht, berichten Forscher um Hyon Choi von der Harvard Medical School. Andere Risikofaktoren wurden im Rahmen der Studie herausgerechnet.

Die Studie

"Gout and the risk of Alzheimer's disease: a population-based, BMI-matched cohort study", Annals of the Rheumatic Diseases (4.3.2015; doi: 10.1136/annrheumdis-2014-206917).

Bei Gichtpatienten sammelt sich zu viel Harnsäure im Blut an. Es entstehen Harnsäurekristalle, die sich unter anderem an Gelenken ablagern und zu starken Schmerzen und Schwellungen führen. Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte Eigenschaften der Harnsäure aber auch das Gehirn schützen könnten, das durch Alzheimer angegriffen wird.

"Das ist ein Dilemma, denn bisher nahm man an, dass Harnsäure nur schlecht sei - sie ist etwa auch mit Herzkrankheiten und Schlaganfällen assoziert", sagt Hyon Choi. "Unsere Daten zeigen erstmals, dass Harnsäure möglicherweise auch ihre guten Seiten hat. Wir müssen das allerdings noch in randomisierten Studien bestätigen."

science.ORF.at/AFP

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