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Eine Hand streichelt den Rücken einer Frau

Antikörper wirkt gegen Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist eine entzündliche Hautkrankheit, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Die unangenehmen Symptome lassen sich offenbar vollständig entfernen, wie eine klinische Studie zeigt.

Medizin 09.03.2015

An der Entstehung der Schuppenflechte ist unter anderem Interleukin-23 beteiligt, ein Botenstoff des Immunsystems, der auch bei rheumatoider Arthritis, multipler Sklerose und Morbus Crohn eine Rolle spielt.

Ein Team um Tamara Kopp, Elisabeth Riedl und Christine Bangert von der Medizinischen Universität Wien hat nun überprüft, ob die Verabreichung eines Antikörpers, der Interleukin-23 außer Kraft setzt, gegen Psoriasis hilft.

Die Studie

"Clinical improvement in psoriasis with specific targeting of interleukin-23", Nature (9.3.2015; doi: 10.1038/nature14175).

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in "Wissen aktuell" am 10. März 2015 um 13.55 Uhr.

In einer klinischen Phase-I Studie injizierten sie insgesamt 77 Patienten mit mittleren bis schweren Symptomen unterschiedliche Mengen des Antikörpers "Tildrakizumab" oder ein Placebopräparat. "Schon die niedrigen Dosen des Antikörpers wirken viel besser als das Placebo", sagt Bangert. Mit den hohen Dosen habe man die Haut der Patienten bis zu 100 Prozent von den Symptomen befreit.

"Tildrakizumab wurde bis zu den höchsten, verwendeten Dosen gut vertragen", schreiben die Forscher in der Studie. Die Versuche hätten gezeigt, dass Interleukin-23 eine vielversprechende Therapiemöglichkeit biete.

Mittlerweile haben die Forscher auch eine Phase II Studie erfolgreich abgeschlossen. In dieser habe sich das Team bereits schon auf eine Dosis festgelegt, erklärt Bangert. Aktuell testen die Mediziner den Antikörper in einer klinischen Phase-III Studie. Dies ist die letzte Stufe vor einer möglichen Zulassung.

science.ORF.at/APA

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