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Gehirnkarte mit verschieden eingefärbten Gehirnarealen

Hirnzellen lernen wie Maschinen

Das Gehirn lernt ähnlich wie Maschinen mit künstlicher Intelligenz: Erst werden viele Möglichkeiten getestet und anschließend die am meisten versprechende davon verfeinert. Schweizer Forscher haben nun bei Mäusen Untergruppen von Hirnzellen entdeckt, die diese Taktik im Gehirn umsetzen.

Neurologie 10.03.2015

Die sogenannten Korbzellen sind Nervenzellen im Hippocampus, einer für das Lernen wichtigen Gehirnregion. Die Rolle der Zellen beim Lernen haben Pico Caroni vom Friedrich Miescher Institut in Basel und Kollegen unlängst nachgewiesen. Jetzt berichten sie im Fachjournal "Neuron", dass es von den Korbzellen zwei verschiedene Untertypen gibt, wie das FMI am Montag mitteilte.

Lernstrategie auch bei Maschinen

Der eine Typ entsteht spät in der Gehirnentwicklung und wird durch andere Hirnzellen ausgebremst, wenn möglichst viel und breit Information gesammelt werden muss. Der andere Typ entsteht früh in der Embryonalentwicklung und wird angeregt, wenn etwas Gelerntes verfeinert und gefestigt werden muss.

Auf das Schwimmenlernen übertragen würde das bedeuten: Die spät entstandenen Zellen unterstützen das Ausprobieren diverser Beinschläge, vom Zappeln bis zum wechselseitigen Auf und Ab der Beine. Die früh entstandenen helfen dann, den Crawlbeinschlag zuverlässig anzuwenden und Hüft-, Bein- und Fußeinsatz zu perfektionieren.

Dies entspricht exakt einer Lernstrategie, die sich Informatiker auf theoretischer Basis für lernende Maschinen ausgedacht haben: Erst flexibel alle Möglichkeiten ausprobieren, und dann, wenn der Fehler klein genug ist, nur noch kleine Änderungen zulassen. "Das scheint das einfachste und effizienteste Lernmodell zu sein", erklärte Caroni.

science.ORF.at/APA/sda

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