Standort: science.ORF.at / Meldung: "Warten auf ein Signal von "Philae""

Die Landung von Philae

Warten auf ein Signal von "Philae"

Die nächsten Tage werden für die Europäische Raumfahrtagentur spannend. Ab Donnerstag fünf Uhr früh besteht erstmals seit November die Chance, dass sich das kleine Minilabor "Philae" - das ja Ende letzten Jahres in Millionen Kilometer Entfernung auf einem Kometen gelandet ist - wieder meldet. Die Chance ist zwar klein, aber da.

"Rosetta" 11.03.2015

Hoffen auf eine Antwort

Links:

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag im Abendjournal am 11. März um 18:00.

Es wäre viel Glück im Spiel, wenn Donnerstag gegen fünf Uhr morgens ein Signal von "Philae" zu hören wäre. Schließlich steht der kleine Lander an einem sehr schattigen Platz auf dem Kometen "Tschurjumow-Gerassimenko", wo er nur wenig Sonnenlicht zum Aufladen seiner Batterien bekommt.

Dennoch: Die erste Möglichkeit, dass "Philae" sich via seines Mutterschiffs - des Orbiters "Rosetta" - meldet, besteht, und deshalb wird in der Nacht auf morgen die Kommunikationseinheit auf "Rosetta" eingeschaltet, sagt der Salzburger Stephan Ulamec, Leiter des "Philea-Projekt" beim DLR in Köln: "Wir sind ein bisschen näher an der Sonne dran, und darum werden wir von morgen, 12. bis zum 19. März in insgesamt elf Versuchen horchen, ob der Lander schon aktiv ist oder nicht, d.h., jedes Mal, wenn es einen Überflug des Orbiters gibt."

Mehr als 50-prozentige Chance

Wenn nichts von ihm zu hören ist, dann wird es nach Ostern die nächsten Versuche geben, Verbindung aufzunehmen. "Die Zeit spricht für uns. Der Komet kommt immer näher an die Sonne heran. Jetzt haben wir ungefähr den doppelten Input von der Sonne, als wir das im November hatten, einfach weil wir näher an der Sonne dran sind", so Ulamec.

Und das wird noch besser, sagt der Experte, denn je näher das Minilabor der Sonne kommt, desto mehr Energie können die Batterien speichern. Ulamec ist also optimistisch, dass das Minilabor wieder Daten zur Erde wird schicken können. Es heißt also aus wissenschaftlicher Sicht Daumenhalten, sagt Stephan Ulamec: "Ende April Mai rechnen wir schon damit, dass wir eine sehr gute Chance - von über 50 Prozent - haben, dass wir wieder Kontakt herstellen können."

Gudrun Stindl, Ö1 Wissenschaft

Mehr zu diesem Thema: