Standort: science.ORF.at / Meldung: "40 Tonnen Plastik landen in der Donau"

Ein Plastiksack treibt im Wasser, im Hintergrund ein Fisch.

40 Tonnen Plastik landen in der Donau

Plastik in Gewässern ist ein Problem, auch in der Donau. Genaue Daten zu der Gesamtmenge gab es bisher keine. Laut einer Erhebung des Umweltbundesamts und der Universität für Bodenkultur gelangen pro Jahr 40 Tonnen Plastikteilchen aus dem österreichischen Donauteil in die Weltmeere, das sind täglich 25 bis 145 Kilogramm.

Umwelt 12.03.2015

Folien, Fasern, geschäumter Kunststoff, sogenannte Plastikflakes und Pellets - all das haben die Wissenschaftler gefunden, sagt Karl Kienzl stellvertretender Geschäftsführer des Umweltbundesamtes: "Wir wollten klären, wie viel Plastik tatsächlich aus unseren Flüssen in die Weltmeere geht, denn dort befinden sich die großen Plastikinseln, die wir mitverursachen."

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Darüber berichtet auch das Mittagsjournal am 12.3. um 13:55.

Hochgerechnet aus den Messungen bei Hochwasser- und Niedrigwasserführung kam man auf etwa 40 Tonnen Plastik, die aus Österreich hinausgehen; etwa 10-20 Tonnen kommen nach Österreich herein.

Diffuse Quellen

Eine der untersuchten Proben aus der Donau

ORF, Gudrun Stindl

Eine der untersuchten Proben aus der Donau.

87 Prozent dieser Plastikteilchen stammen aus sogenannten diffusen Quellen: Sie stammen von weggeworfene Gebrauchsgütern, vom Ufer bei Hochwasser, von Baustellen über Verwehungen und Windverfrachtungen, etc. "D.h., unsere Art zu leben verursacht Plastikteilchen im Ökosystem - und dort haben sie einfach nichts verloren", so Kienzl. Ziel müsse also sein - zum Schutz von Mensch, Fisch und Muschel - sorgsamer mit Plastik umzugehen."Ganz wesentlich dabei ist, wie wir unseren Lebensstil so ändern, dass wir noch mehr Plastik zurückgewinnen und wiederverwerten können."

Neben der österreichischen Plastikstudie wurde die Donau übrigens auch auf ihrer Gesamtlänge von fast 3000 Kilometern nach sechs Jahren wieder einmal genau unter die Lupe genommen, so Igor Liska von der Donauschutzkommission. "Generell kann man sagen, dass die Donau verglichen mit anderen großen Flüssen in einem guten Zustand is. Trotzdem besteht noch Verbesserungsbedarf. In Österreich betrifft das vor allem Lebensraumstrukturen, die Wandermöglichkeit für Fische, Überflutungsräume und die Anbindung der Auen", erklärt Liska.

Gudrun Stindl, Ö1 Wissenschaft

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