Standort: science.ORF.at / Meldung: "Käfer sterben (fast) nie aus"

Zwei weibliche Mistkäfer kämpfen gegeneinander

Käfer sterben (fast) nie aus

Die Käfer sind heute eine extrem artenreiche Tiergruppe - und waren laut einer Studie auch in früheren Kapiteln der Naturgeschichte ungewöhnlich erfolgreich: Selbst Meteoriteneinschläge konnten ihnen wenig anhaben.

Evolution 19.03.2015

Von den bisher bekannten Tierarten sind die meisten Insekten. Innerhalb dieser sind wiederum Käfer die mit Abstand größte Gruppe: Sage und schreibe 380.000 Käferspezies haben Forscher bislang unterschieden. "Der liebe Gott muss wohl eine übermäßige Vorliebe für Käfer haben", bemerkte einst der britische Evolutionsbiologe (und Atheist) J.B.S. Haldane angesichts der taxonomischen Schieflage.

Eine Studie amerikanischer Biologen fügt dem Bild nun ein paar naturgeschichtliche Fakten hinzu. Dena M. Smith, University of Colorado, und Jonathan D. Marcot, University of Illinois, haben soeben eine Datenbank mit mehr als 5.500 Käferfossilien aus aller Welt ausgewertet.

Ihr Fazit ist in der aktuellen Ausgabe der "Proceedings" der Royal Society nachzulesen: Während der letzten 300 Millionen Jahre traten 214 Käferfamilien auf den Plan, nur 35 davon verschwanden wieder von der Bildfläche. Manche von ihnen (speziell die sogenannten "Polyphaga") erwiesen sich als besonders robust - und überstanden sogar durch Meteoriteneinschläge ausgelöste Massensterben ohne gröbere Probleme. Wie zum Beispiel jenes am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren, als das Zeitalter der Dinosaurier endete.

Warum sind gerade die Käfer so krisenresistent? Hier haben Smith und Marcot nur wenig Konkretes zu sagen. Sie seien körperlich mobil, wenig wählerisch bei der Ernährung und ökologisch anpassungsfähig. Mit anderen Worten: eben ein evolutionäres Erfolgsmodell.

Robert Czepel, science.ORF.at

Mehr zu diesem Thema: