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3-D-Rekonstruktion eines Metoposaurus algarvensis

Sieht so ein "Monster" aus "Horrorfilm" aus?

Forscher haben in Portugal die Überreste einer Art Riesensalamander entdeckt. Mit der Beschreibung - "ein Monster, wie aus einem Horrorfilm entsprungen" - übertreiben sie ein wenig. Die 3-D-Rekonstruktion scheint nämlich eher possierlich (siehe Bild): Dennoch dürfte das Tier vor 200 Millionen Jahren der größte Räuber seiner Zeit gewesen sein.

Paläontologie 24.03.2015

"Es war so groß wie ein kleines Auto und hatte einen großen, flachen Kopf mit hunderten spitzen Zähnen", schildert der Paläontologe Stephen Brusatte von der Universität Edinburgh blumig weiter. Das Metoposaurus algarvensis genannte Tier konnte eine Länge von zwei Metern erreichen. Die Kreatur erinnert an ein Krokodil, lebte in Seen und Flüssen und ernährte sich ausschließlich von Fischen.

Die Studie

"A new species of Metoposaurus from the Late Triassic of Portugal and comments on the systematics and biogeography of metoposaurid temnospondyls" von Steve Brusatte und Kollegen ist am 23. 3. 2015 im "Journal of Vertebrate Paleontology" erschienen (sobald online).

Illustration eines Metoposaurus algarvensis

Joana Bruno

Künstlerische Illustration eines Metoposaurus algarvensis

Erster Fund auf iberischer Halbinsel

Der Riesensalamander zählte zu den größten Raubtieren im Zeitalter Trias vor mehr als 200 Millionen Jahren und war ein Zeitgenosse der ersten Dinosaurier. Er war Teil einer erweiterten Amphibienart, die zu dieser Zeit in den niederen Breiten lebte. Von einem Teil dieser Amphibienfamilie stammen moderne Amphibien wie Frösche und Lurche ab.

Der Fund in einem ausgetrockneten See im Süden Portugals ist der erste dieser Amphibienart auf der iberischen Halbinsel und zeigt, dass diese prähistorischen Tiere weiter verbreitet waren als bisher angenommen. Fossilien derselben Gruppe wurden bisher unter anderem in Afrika, Indien und Nordamerika entdeckt.

Unterschiede bei Schädel und Kiefer haben jedoch gezeigt, dass der nun entdeckte Riesensalamander eine eigene Unterart darstellte. Die Forscher hoffen nun auf weitere Entdeckungen an der Fundstelle in Portugal. Bisher ist erst ein kleiner Teil des ehemaligen Sees ausgegraben.

science.ORF.at/APA/AFP

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