Standort: science.ORF.at / Meldung: "Dramatischer Eisschwund seit 2003"

Filchner-Ronne-Schelfeis in der Antarktis

Dramatischer Eisschwund seit 2003

Das Schelfeis in der Antarktis ist seit 2003 fast um ein Fünftel dünner geworden. Damit sei die wichtigste Bremse für die Gletscherschmelze deutlich geschwächt worden, berichten Forscher in einer aktuellen Studie.

Antarktis 27.03.2015

Sie haben für ihre Studie Satellitenaufnahmen der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) von 1994 bis 2012 ausgewertet. Demnach veränderte sich die Eismenge in der Antarktis von 1994 bis 2003 nur wenig, bis 2012 hatte sie sich dann um 18 Prozent verringert.

Gletscher ohne Schutz

Die Studie

"Volume loss from Antarctic ice shelves is accelerating", Science (26.3.2015; doi: 10.1126/science.aaa0940 ).

"Wir haben nicht nur gezeigt, dass das Eis weniger wird", sagte Fernando Paolo von der University of California in San Diego, einer der Studienautoren. "Wir sehen eine Beschleunigung im letzten Jahrzehnt. Und 18 Prozent sind eine erhebliche Veränderung."

Der Befund gebe Anlass zur Sorge, kommentierte Andrew Shepherd von der Polar-Beobachtungsstelle in Leeds. Die hohe Rate der Eisausdünnung könne auf die Dauer zu einem Kollaps führen.

Das bis zu 500 Meter dicke Packeis verhindert, dass die Antarktis-Gletscher ins Meer rutschen und schmelzen. Beim Pine-Island-Gletscher in der Westantarktis sei das jetzt schon der Fall, sagte Sherperd. Hier sei die Schelfeisbremse weitgehend abhanden gekommen, in den letzten 20 Jahren habe sich der Eisverlust in dieser Region verdoppelt.

science.ORF.at/AFP

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