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Drei Neugeborene

Warum mehr Buben geboren werden

Weltweit kommen geringfügig mehr Buben als Mädchen auf die Welt. Warum das so ist, haben nun US-Forscher durch Auswertung von Statistiken geklärt: Männliche Embryonen und Föten sterben seltener während der Schwangerschaft.

Demografie 30.03.2015

Dass das Geschlechterverhältnis bei der Geburt nicht exakt gleich ist, wissen Demografen schon lange. In Österreich kamen etwa 2013 nach Angaben der Statistik Austria 40.953 Buben und 38.377 Mädchen zur Welt. Das entspricht einem Verhältnis von 51,6 zu 48,4 Prozent.

Viele Experten gingen bisher davon aus, dass die Jungen bereits bei der Empfängnis die Nase vorn haben - also mehr Schwangerschaften mit Jungen entstehen. Erwiesen sei das aber nicht, berichten nun Forscher um Steven Hecht Orzack vom Fresh Pond Research Institute in Cambridge.

Die Studie

"The human sex ratio from conception to birth", PNAS (doi: 10.1073/pnas.1416546112; 30.3.2015).

Verhältnis bei Schwangerschaften ausgeglichen

Sie haben zahlreiche Datenquellen ausgewertet, die etwas über das Geschlecht der Babys verraten - so unter anderem Statistiken zu Lebend- und Totgeburten in den USA, sowie Angaben zu Fehlgeburten, Abtreibungen und pränatale Untersuchungen.

Die Analyse ergab, dass zunächst gleich viele männliche wie weibliche Schwangerschaften entstehen. Allerdings seien männliche Embryos häufiger genetisch auffällig, so dass in der ersten Woche nach der Befruchtung auch mehr männliche Embryos abgehen. In den nächsten zehn bis 15 Wochen seien wiederum die weiblichen Abgänge zahlreicher, schreiben die Forscher. Gegen Ende der Schwangerschaft kehre sich das Verhältnis wieder um.

In Summe bedeutet das: Die gesamte Schwangerschaft überleben mehr männliche Embryos - daher die leichte statistische Schieflage.

Mehr Mädchen in schlechten Zeiten

Bereits 2014 hatten Forscher um Fiona Mathews von der Universität Exeter berichtet, dass späte Fehlgeburten bei Jungen häufiger vorkommen als bei Mädchen. Das Risiko sei rund zehn Prozent höher, berichteten sie damals im Fachjournal "BMC Medicine". Sie hatten mehr als 30 Millionen Geburten weltweit in ihre Analyse einbezogen.

Allerdings scheinen Umweltbedingungen das Geschlechterverhältnis zu beeinflussen. So kamen US-Wissenschaftler 2013 zu dem Ergebnis, dass in Hungerphasen mehr Mädchen als Jungen geboren werden. Sie hatten die Daten von Neugeborenen analysiert, die während und nach der großen Hungersnot in China zwischen 1959 und 1961 zur Welt kamen.

Vorherige Studien zu den Auswirkungen anderer Hungersnöte hatten ähnliche Ergebnisse geliefert. Warum in schlechten Zeiten mehr Mädchen geboren werden, ist unklar. Einer Theorie zufolge könnten weibliche Ungeborene ein wenig genügsamer sein.

science.ORF.at/dpa

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