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Josef Penninger

Wechselt Penninger nach Deutschland?

Österreich könnte mit Josef Penninger einen seiner renommiertesten Wissenschaftler verlieren. Der Direktor des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW verhandelt mit dem Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, bestätigt die ÖAW einen Bericht in der Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel".

Personalia 22.04.2015

Die ÖAW betonte in einer Aussendung, sich "über das hiermit gezeigte, hohe Interesse an ihrem Wissenschaftler in Anerkennung seiner am IMBA erbrachten Forschungsleistungen zu freuen" und erklärte, Penninger in Wien halten zu wollen. Gespräche würden laufen, "wie international üblich, werden die Abwehrverhandlungen sofort konkretisiert, sobald Herr Penninger das offizielle Angebot aus Berlin vorgelegt hat", heißt es in der Aussendung.

Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 22.4. um 13:55.

"Es ist nichts unterschrieben - aber wir reden miteinander", sagte der Wittgenstein-Preisträger dem "Kurier". In den kommenden drei bis vier Wochen sei mit einer Entscheidung zu rechnen. "Aber reizen würde es mich." Im "Standard" sagte der Wissenschafter, "ich will in der Champions League der Wissenschaft mitspielen, egal ob das in Wien oder Berlin ist." In Österreich höre er viel zu oft Lippenbekenntnisse, die dann nicht in die Tat umgesetzt werden. Dass er einen Abgang überhaupt in Erwägung zieht, habe - so das IMBA auf Nachfrage von scíence.ORF.at - auch mit der finanziellen Ausstattung der Grundlagenforschung in Österreich zu tun.

Der Genetiker Penninger (50) ging nach seinem Medizinstudium in Innsbruck an das Ontario Cancer Institute in Kanada. In der wissenschaftlichen Szene wurde er international speziell durch die Klärung der Funktionen des körpereigenen Proteins RANKL in Gesundheit und Krankheit (z.B. Osteoporose) bekannt. 2002 wurde der Wissenschaftler von der ÖAW für Aufbau und Leitung des IMBA am Vienna Biocenter nach Österreich geholt.

science.ORF.at/APA

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