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Eine Vielzahl bunter Pillen

Antibiotika-Resistenzen zu wenig bekämpft

Die Gesundheitsbehörden weltweit unternehmen nach Angaben der WHO nach wie vor zu wenig, um gegen den unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika vorzugehen. Damit wachse die Gefahr, dass die Mittel zunehmend gegen Bakterien versagen und selbst Krankheiten, die sich lange behandeln ließen, tödlich verlaufen.

WHO 30.04.2015

In ihrer Untersuchung der entsprechenden Gesundheitspolitik von 133 Staaten kommt die Organisation zu dem Schluss, dass die Probleme alle Kontinente betreffen. Den Missbrauch zu bekämpfen, sei "heute die größte Herausforderung im Kampf gegen Infektionskrankheiten", erklärte der stellvertretende WHO-Direktor Keiji Fukuda. Alle Staaten müssten mehr tun, um gegen die wachsende Antibiotika-Resistenz vorzugehen.

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Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 30.4. um 13:55.

Fehlende Richtlinien

Der Studie zufolge hatten nur 34 der 133 untersuchten Staaten umfassende Strategien, um die Resistenzen gegen Antibiotika und andere antimikrobielle Arzneimittel zu bekämpfen. Sorge bereitet der WHO unter anderem, dass viele der Mittel nach wie vor ohne ärztliche Rezepte zu haben sind. Vor allem in Afrika sorgen demnach billige gefälschte Medikamente für Probleme, deren Inhaltsstoffe laut WHO selten die richtige Dosierung haben.

In vielen Ländern fehlten außerdem allgemeine Richtlinien, die eine Überdosierung durch Ärzte und Patienten verhindern könnten. Mangelnde Aufklärung sorge selbst in Europa dafür, dass viele Menschen immer noch fälschlicherweise glaubten, Virusinfektionen ließen sich durch Antibiotika bekämpfen, kritisierte der Bericht.

science.ORF.at/APA/AFP

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