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Der österreichische Neurobiologe Gero Miesenböck

Miesenböck ist Fellow of the Royal Society

Die britische Royal Society ist die weltweit älteste wissenschaftliche Akademie. Bei ihr Mitglied zu werden gilt als eine der größten Auszeichnungen. Genau das ist nun dem österreichischen Neuroforscher Gero Miesenböck (49) gelungen: Er wurde zum Fellow of the Royal Society gewählt.

Auszeichnung 04.05.2015

Der Professor an der Universität Oxford teilt die Ehre mit 46 weiteren "herausragenden Forschern", wie die Royal Society in einer Aussendung mitteilte.

In illustrer Gesellschaft

Die 355 Jahre alte Royal Society rekrutiert Ihre Mitglieder aus dem gesamten Commonwealth, zudem gibt es ausländische und Ehrenmitglieder. Die Fellows haben das Recht, den Titel FRS (Fellow of the Royal Society) nach ihrem Namen zu führen. In der Liste der Fellows seit dem Gründungsjahr 1660 finden sich Namen wie Isaac Newton, Charles Darwin, Albert Einstein sowie zahlreiche Nobelpreisträger.

Gero Miesenböck, am 15. Juli 1965 in Braunau am Inn (OÖ) geboren, studierte an der Universität Innsbruck Medizin. 1993 wurde er dort "sub auspiciis praesidentis" promoviert. Anschließend ging er als Schrödinger-Stipendiat an das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Von dort wechselte er an die Yale University und wurde 2007 als erster Nicht-Brite auf den Waynflete-Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Oxford berufen.

Nervenzellen per Licht einschalten

Der Wissenschaftler gilt als einer der Begründer der Optogenetik, von der neue, fundamentale Kenntnisse über die komplizierten Funktionen des Gehirns erwartet werden und die 2010 vom Wissenschaftsjournal "Nature" zur "Methode des Jahres" gekürt wurde.

Miesenböck entdeckte an Fliegen, dass Zellen im Gehirn mit einem Lichtstrahl an- und ausgeknipst werden können. Dafür werden lichtempfindliche Proteine über die DNA in Zellen eingeschleust, die durch einen Lichtstrahl gezielt und schnell aktiviert werden können. Durch das Licht können genaue Karten der Schaltstellen im Gehirn erstellt und mechanische Grundlagen des Gehirns erforscht werden.

science.ORF.at/APA

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