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Mann mit E-Gitarre

Studie findet eintönigste Phase der Popmusik

Madonnas "Papa Don't Preach", Berlins "Take My Breath Away" und "The Final Countdown" von Europe: Obwohl es Mitte der 1980er Jahre nicht an Hits fehlte, bezeichnen britische Wissenschaftler diese Phase als eintönigste der modernen Popgeschichte. Es habe damals die geringste musikalische Vielseitigkeit gegeben.

Popkultur 06.05.2015

Dazu hat laut den Forschern vom Imperial College London und der Queen Mary University in der Zeitschrift vor allem die weite Verbreitung von Drumcomputern und Synthesizern beigetragen.

Drei Umbrüche

Die Studie in "Open Science":

"The evolution of popular music: USA 1960–2010" von Matthias Mauch et al., erschienen Mai 2015.

Im Gegenzug machten die Forscher für die USA seit 1960 drei Umbruch-Jahre aus: die British Invasion von 1964, als die Beatles und die Rolling Stones in dem Land Triumphe feierten, 1983 mit der New Wave und 1991, als Hip Hop zum Mainstream wurde. Dies sei in den USA sogar die größte Chart-Revolution seit 1960 gewesen, schreiben die Wissenschaftler.

In der Studie analysierten sie etwa 17.000 Lieder, die zwischen 1960 und 2010 in den US-Charts waren, mit Hilfe von Computer-Software. Dabei untersuchten sie etwa die verwendeten Instrumente, Akkordfolgen und Melodien. Einen generellen Trend zur Vereinheitlichung der Popmusik sehen die Forscher nicht. Ab Mitte der 1980er Jahre habe sich die musikalische Vielfalt bis etwa 2010 wieder erholt, schreiben sie.

"Bestimmt werden einige Leute nicht einverstanden sein mit unserer wissenschaftlichen Herangehensweise und sie für zu beschränkt halten für ein so emotionales Thema", so Erstautor Matthias Mauch. Er und seine Kollegen wollen nun die US-Charts bis mindestens in die 1940er Jahre zurückverfolgen - "allein schon um zu klären, ob 1955 tatsächlich - wie viele behaupten - das Geburtsjahr des Rock'n'Roll war".

science.ORF.at/APA/dpa

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