Standort: science.ORF.at / Meldung: "Schwieriges Gedenken in der Ukraine"

Eine Frau steht mit dem Rücken zur Kamera, vor ihr eine ukrainische und eine russische Fahne

Schwieriges Gedenken in der Ukraine

Traditionell wird in der Ukraine der Sieg über Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg - wie in anderen Ex-Sowjetrepubliken üblich - am 9. Mai gefeiert. Erstmals führt die prowestliche Regierung des Landes in diesem Jahr den 8. Mai als zusätzlichen Gedenktag ein, und distanziert sich damit vom Nachbarn Russland.

70 Jahre Kriegsende 07.05.2015

Auch das russische Siegessymbol, das orange-schwarze Georgsband, wird in diesem Jahr demonstrativ durch eine rote Mohnblume ersetzt. Das ukrainische Parlament plant am 8. Mai anlässlich des 70-jährigen Jubiläums eine Sondersitzung mit Präsident Petro Poroschenko. Am Abend hält der Staatschef eine Rede, bevor mit der Gedenkaktion unter dem Motto "Die erste Minute des Friedens" um 22:01 Uhr MESZ die offiziellen Feiern beginnen.

Keine Militärparaden - außer im Donbass

Anders als in Moskau ist für den 9. Mai in Kiew keine Militärparade geplant. Die ukrainische Führung legt in der Früh Blumen und Kränze am Grab des Unbekannten Soldaten nieder. Vor dem riesigen Denkmal der "Mutter Heimat" marschieren Militärorchester aus mehreren Ländern auf. Anschließend werden Rekruten in Anwesenheit des Präsidenten vereidigt. Es folgt ein Festtagskonzert.

Ähnliche Feiern sind im ganzen Land geplant. Die Veteranen bekommen am 9. Mai Geldgeschenke, Freifahrten und Freiminuten für Telefongespräche in Ex-Sowjetrepubliken. Paraden wurden beispielsweise im ostukrainischen Charkiw wegen des Konflikts mit prorussischen Separatisten aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Die Aufständischen im Donbass haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten indes mehrere Militärparaden angekündigt. In Donezk sollen rund 1.500 Kämpfer der Separatisten mit schwerer Technik marschieren.

science.ORF.at/APA/dpa

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