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Rot koloriertes Herz in einem Röntgenbild des Oberkörpers

"Je weniger 'böses' Cholesterin, desto besser"

Die Konzentration an "bösem" Cholesterin im Blut kann laut neuen Studien gar nicht niedrig genug sein, um "Herzinfarkt & Co." zu verhindern. Neue Behandlungen erlauben es, die Werte unter 50 Milligramm LDL-Blutfett pro Deziliter zu senken.

Medizin 26.05.2015

Das entspricht dem Wert von Neugeborenen, sagte am Dienstag der Wiener Kardiologe Gerald Maurer bei einer Pressekonferenz in Wien.

Den Hintergrund bildet die Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), die in den kommenden Tagen in Salzburg stattfindet.

Statine plus weiterer Wirkstoff

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 26. 5., 13:55 Uhr.

Brandneu sind die Daten zur möglichst intensiven Senkung des "bösen" Cholesterins (LDL-Cholesterin), zumindest bei Risikopersonen. Ein Eckpunkt ist hier eine Studie, bei der bei Patienten nach einem akuten Herzkreislauf-Ereignis, etwa einem Herzinfarkt, der LDL-Cholesterinwert mit einem herkömmlichen Statin-Präparat und noch zusätzlich mit dem Wirkstoff Ezetimibe gesenkt wurde.

Gerald Maurer, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie im Wiener AKH: "Die Patienten hatten an sich schon die Zielwerte erreicht. Bei der Gruppe, die Ezetimibe dazu erhalten hatte, wurde ein zusätzlicher Effekt erzielt."

So zeigte sich, dass die Absenkung von 69,9 Milligramm LDL pro Deziliter Blut auf 53,2 Milligramm - ein extrem niedriger Wert - das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko weiter senkte. Bei Schlaganfällen waren es minus 21 Prozent.

Bald weitere Mittel

Maurer: "Ich glaube, dass die Empfehlungen für die LDL-Senkung weiter heruntergehen werden. 50 Milligramm LDL pro Deziliter sind der Wert eines Neugeborenen. The lower the better."

Mit den in Zulassung befindlichen monoklonalen PCSK9-Antikörpern dürften in Zukunft noch schärfere Medikamente zur Cholesterinsenkung zur Verfügung stehen. Sie kommen etwa für Patienten infrage, die keine Statine vertragen oder bei denen die herkömmlichen Medikamente nicht ausreichend wirken.

science.ORF.at/APA

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