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Euro-Scheine nebeneinander, von einem 100er bis zu einem Zehner

Drittmittel bereits ein Sechstel des Umsatzes

Drittmittel sind von zunehmender Bedeutung für die Universitäten. Zwischen 2007 und 2013 stiegen die Drittmittelerlöse um 47,1 Prozent auf 597,5 Mio. Euro, wie aus dem neuen "Forschungs-und Technologiebericht 2015" hervorgeht. Jeder fünfte Uni-Beschäftigte ist mittlerweile über Drittmittel angestellt.

Universitäten 03.06.2015

Als Drittmittel werden in dieser Statistik ausschließlich Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungs-Projekten gewertet. Das Gros stammt laut dem Bericht der Bundesregierung dabei von der öffentlichen Hand: Von den knapp 600 Mio. Euro 2013 kamen 142,3 Mio. Euro vom Wissenschaftsfonds FWF, 51 Mio. Euro von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 24,3 Mio. Euro vom Bund sowie 33,4 Mio. Euro von den Ländern. Von der EU flossen 83,2 Mio. Euro, von Unternehmen 155,4 Mio. Euro - letzteres ist rund ein Viertel der gesamten Drittmittelerlöse.

Der Bericht:

Der Forschungs- und Technologiebericht 2015 steht hier zum Download bereit.

Die Drittmittel an Universitäten stiegen zwischen 2007 und 2013 ständig an.

APA / Forschungs- und Technologiebericht 2015

Kontinuierlicher Anstrieg von Drittmitteln seit 2007

Setzt man diese Erlöse in Verhältnis zum vom Bund zugewiesenen Globalbudget für die Unis, zeigt sich, dass 2013 mit einem Euro Globalbudget 21 Cent an Drittmitteln eingeworben wurden (2007: 18 Cent).

TU Wien vor Uni Wien

Drittmittel-Kaiser in absoluten Zahlen war 2013 die Technische Universität (TU) Wien mit 81,8 Mio. Euro vor der Uni Wien (76,7 Mio. Euro), der Medizin-Uni Wien (73,5 Mio. Euro) und der TU Graz (56,7 Mio. Euro). In Relation zu den gesamten Umsatzerlösen führt hingegen die Montanuni Leoben vor der TU Graz, der Universität für Bodenkultur und der TU Wien.

Von Unternehmen stammende Drittmittel sind insbesondere für Medizinische und Technische Universitäten bedeutsam. An der Montanuniversität Leoben machen sie sogar 70 Prozent der gesamten Drittmittel aus, dahinter folgt die Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck mit 50 Prozent bzw. 41,1 Prozent.

Drittmittel für Personal

Seit 2005 hat der Anteil des über Drittmittel finanzierten Personals am Gesamtpersonal der Unis von 14,2 Prozent auf 20,6 Prozent im Jahr 2013 zugenommen. Die Anzahl dieser Personen hat sich damit in diesem Zeitraum auf 11.115 nahezu verdoppelt - wobei das drittmittelfinanzierte Personal immer nur für die Dauer der Projekte, also befristet, beschäftigt ist.

An der Montanuniversität Leoben ist jeder zweite (52 Prozent) wissenschaftliche Mitarbeiter drittmittelfinanziert, dies ist der höchste Wert aller Unis. Dahinter folgen die Universität für Bodenkultur Wien mit 42 Prozent, die TU in Wien und Graz mit jeweils rund 36 Prozent und die Medizin-Unis Wien und Innsbruck mit rund 30 Prozent.

Hoher administrativer Aufwand

Die Autoren des Forschungsberichts betonen, dass Drittmittelerlöse ein wichtiger Indikator für die Forschungsstärke und den Erfolg universitärer Profilbildung sowie für ihre Attraktivität als Kooperationspartner seien.

Sie weisen aber auch darauf hin, dass die Einwerbung von Drittmitteln hohe administrative Anforderungen an die Unis stellt und auch "zu finanziellen Belastungen führen kann, da Gemeinkosten selten vollständig über die Einnahmen für das drittfinanzierte Projekt getragen werden können".

science.ORF.at/APA

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