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Luftaufnahme des Regenwalds in Honduras

Gigantisches Schutzgebiet geplant

Im Regenwald Südamerikas soll ein riesiger ökologischer Korridor entstehen. Das Gebiet erstreckt sich von Kolumbien über Venezuela bis nach Brasilien - und bedeckt eine Fläche, die mehr als 15 Mal so groß ist wie jene Österreichs.

Südamerika 16.06.2015

Mit diesem weltweit größten Öko-Korridor will man die Auswirkungen des Klimawandels mildern, die Vielfalt von Tieren und Pflanzen erhalten und der indigenen Bevölkerung ihren Lebensraum sichern, sagt Adeilson Lopes da Silva, Ökologe vom brasilianischen Instituts für Soziales und Umwelt.

Ö1-Sendungshinweis

Über dieses Thema berichtet auch "Wissen aktuell", 16.6., 13:55 Uhr.

Viele kleine Schutzgebiete, die im Regenwald verteilt sind, gibt es bereits. Ein großes zusammenhängendes Gebiet könnte langfristig der Klimaerwärmung entgegenwirken. Besonders wichtig sei der Schutz der einheimischen Bevölkerung, so da Silva gegenüber "Wissen aktuell":

"Der Korridor trägt wesentlich dazu bei, dass die indigenen Völker in den Regenwäldern überleben können. Die Bewohner sind deshalb für die Errichtung des Korridors. Jetzt warten wir noch auf die Stellungnahme der politischen Entscheidungsträger."

Widerstände erwartet

Der kolumbianische Regierungschef Juan Manuel Santos hat sich bereits für den Plan ausgesprochen. Die Umweltaktivisten rechnen aber mit Widerständen.

"Wir erwarten vor allem Widerstände von den Bergbau- und Wasserkraftbetrieben und Erdölfirmen, die derzeit den Regenwald ausbeuten. Auch die landwirtschaftlichen Unternehmen, die ihre Soja-Gebiete ausweiten wollen, werden sich dagegen aussprechen", sagt da Silva.

Die Vision des Korridors ist, statt riesiger Sojaflächen kleine landwirtschaftliche Gebiete zu schaffen. Zum Beispiel für den Anbau von Chili, den die Bevölkerung auch als Exportgut nützen könnte.

Edith Bachköing, Ö1-Wissenschaft

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