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Drei Männer als Wikinger kostümiert

Auf der Suche nach Wikinger-DNA

In Nordfrankreich begeben sich Wissenschaftler per Gentests auf die Spuren der Wikinger: Sie haben nun zu diesem Zweck DNA-Proben von rund hundert Einwohnern der Halbinsel Cotentin am Ärmelkanal genommen.

Geschichte 16.06.2015

"Das Ziel ist es, die Intensität der skandinavischen Kolonisierung im elften und zehnten Jahrhundert in Cotentin herauszufinden", erläuterte Richard Jones von der University of Leicester das Forschungsprojekt. Es solle auch untersucht werden, ob die skandinavischen Siedler "unter sich geblieben sind oder ob sie Einheimische geheiratet haben".

Die Universität Leicester, die durch die Identifizierung der Überreste von Richard III. bekannt geworden war, will in ihrer Studie die skandinavischen Siedler in vier Regionen vergleichen - drei britische Gebiete und ein französisches. Die DNA-Untersuchung soll bisherige archäologische Funde ergänzen.

"Die Normandie ist die einzige dauerhafte politische Gründung durch die Wikinger auf dem europäischen Kontinent", hob Jones hervor. Die Normandie war im Jahr 911 entstanden, nachdem der dortige König, um die Wikinger zu befrieden, ihrem Anführer Rollo ein Gebiet abtrat.

Die DNA-Proben wurden von Freiwilligen gesammelt, deren Familienname skandinavischer Herkunft ist (wie etwa "Anquetil") oder deren Name seit dem 11. Jahrhundert in Frankreich nachgewiesen ist. Teilnehmen durfte auch, wer eine lange Familientradition in der Region hat. Das Ergebnis der DNA-Analyse sollen die Freiwilligen Ende des Jahres erhalten. Die Studie soll 2016 veröffentlicht werden.

science.ORF.at/APA/AFP

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