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Nur wenige Bienen sind fleißig

Nur eine kleine Anzahl von Bienenarten ist für die Bestäubung unserer Pflanzen verantwortlich. Gerade einmal zwei Prozent der Wildbienenarten bestäuben 80 Prozent der Landwirtschaftsflächen, wie eine großangelegte internationale Studie zeigt.

Umwelt 17.06.2015

"Die Studie zeigt uns, welch riesigen wirtschaftlichen Nutzen uns Wildbienen bringen", sagt einer der Studienautoren, Ökologe Taylor Ricketts von der Universität Vermont. Demnach bringt die Bestäubungsarbeit weniger Bienenarten einen Ertrag von rund 3.000 Dollar pro Hektar Landwirtschaftsfläche im Jahr. Das ergab die Beobachtung von mehr als 74.000 Bienen in Nord- und Südamerika, Europa, Asien sowie Afrika.

Artenvielfalt hilft Lebensmittelproduktion

Weltweit verdanken wir zwei Drittel unseres Ernteertrags der Bienenbestäubung. Wie die Studie jetzt herausgefunden hat, nehmen Wildbienen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Honigbiene ein. Auch wenn man alle Bestäubungen zusammen betrachtet, geht immer noch rund die Hälfte davon auf das Konto einiger Wildbienenarten.

Für die Forscherinnen und Forscher ist dies ein Argument, vermehrt auf die Artenvielfalt der Bienen zu achten. Immerhin würde das künftig unsere Lebensmittelproduktion sichern. Denn je mehr Arten von Bienen vorhanden sind, desto höher seien die Ökosystemdienstleistungen der Natur. Sprich, wir profitieren von vielen Bienenarten, da mehr Blüten durch sie bestäubt werden und so der Ernteertrag steigt. Auch vorhergegangene Studien haben laut den Studienautoren gezeigt, dass sich Artenvielfalt günstig auf Bestäubung auswirkt.

Die Forscher plädieren, nicht nur die vermeintlich wichtigen Bienenarten - also jene, die für die Bestäubung verantwortlich sind - zu schützen. "Die weniger bedeutenden Arten spielen vielleicht in wirtschaftlicher Hinsicht ein unwichtigere Rolle, das heißt aber nicht, dass ihr Schutz weniger wichtig ist", so der Ökologe David Kleijn von der Universität Wageningen. Denn heute sei noch unklar, welche Arten in Zukunft - unter möglicherweise veränderten Klimabedingungen - für die Bestäubung wichtig sein können.

In der Studie werden deshalb auch bienenschützende Maßnahmen, wie etwa ökologische Landwirtschaftstechniken oder die Erhaltung von Wildpflanzen, hervorgehoben. Wie auch die Verringerung - oder besser Vermeidung - von Pestiziden und anderen Chemikalien, die Bienen schaden können.

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