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Mann raucht einen Joint

Kein höherer Konsum durch Freigabe

Die Freigabe von Marihuana als Arzneimittel führt einer Studie zufolge nicht zu einem höheren Konsum. Die Forscher analysierten Daten von mehr als einer Million Jugendlichen aus 48 Staaten der USA zwischen 1991 und 2014. Sie fanden keinen Hinweis darauf, dass mehr gekifft wird, wenn Marihuana vom Arzt verordnet wird.

Marihuana 17.06.2015

Der Drogenkonsum der Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren in 21 Staaten, in denen Marihuana für medizinische Zwecke legalisiert wurde, hat sich demnach nicht verändert. Auch wenn unterschiedliche Gruppen betrachtet würden - etwa nach Bildung, Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe - ergebe sich keine Zunahme.

Laut den Forschern um Deborah Hasin von der Columbia-Universität in New York ist der Konsum in jenen Staaten, die Marihuana auf Rezept erlauben, zwar höher als in den anderen Staaten - das sei so aber auch schon vor der Freigabe so gewesen. "Weil der Konsum von Marihuana bei Jugendlichen zu späteren Schäden führen kann, sollten wir die Faktoren erforschen, die zu diesem Konsum führen." Die Freigabe als Arznei sei aber kein solcher Umstand.

Schmerzlindernde Wirkung

Seit den 1990er Jahren haben immer mehr Bundesstaaten in den USA Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt, darunter Kalifornien, Colorado, Illinois, Washington, Arizona und New York. Auch in anderen Ländern wie Israel wird das Mittel eingesetzt, um beispielsweise Übelkeit zu bekämpfen. Den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol wird eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.

Befürworter sehen einen großen Nutzen etwa für Menschen mit chronischen Schmerzen, Patienten mit Krebs oder Aids-Kranke. Kritiker weisen unter anderem auf mögliche Nebenwirkungen des Rauschmittels wie Schwindel und Wahrnehmungsstörungen hin.

science.ORF.at/dpa

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