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Die Galaxie CR7

Die ersten Sterne im Visier

Bei einem tiefen Blick an die Anfänge des Universums haben Forscherteam womöglich erstmals die frühesten Sterne des Kosmos gesichtet. Mit dem Very Large Telescope (VLT) in Chile entdeckten sie die hellste bisher beobachtete Galaxie - und fanden in ihr Hinweise auf die bisher nur in der Theorie existierenden Sterne der ersten Generation.

Kosmos 17.06.2015

Bisher war die Suche nach der physikalischen Existenz dieser Sterne der sogenannten Population III ergebnislos geblieben. Sie entstanden laut Europäischer Südsternwarte (ESO) aus der Urmaterie, die vom Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren stammte.

Diese massereichen und kurzlebigen Ursterne müssen sich demnach aus den einzigen Elementen gebildet haben, die vor diesen Sternen existierten - nämlich Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium. Alle schwereren Elemente wurden später im Inneren von Sternen gebildet, darunter die für das Leben unentbehrlichen Elemente Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Eisen.

Brauchbare Hinweise

Künstlerische Darstellung der Galaxie CR7

ESO, M. Kornmesser

Künstlerische Darstellung der Galaxie CR7.

Auf die helle Galaxie mit der Bezeichnung CR7 stießen die Forscher bei Beobachtungen mit dem ESO-Großteleskop VLT in der chilenischen Atacama-Wüste, dem Keck-Observatorium und dem Subaru-Teleskop auf Hawaii sowie dem Weltraumteleskop "Hubble". Mit Instrumenten am VLT fanden die Astronomen in CR7 starke Strahlung von ionisiertem Helium - aber überraschenderweise keine Anzeichen schwerer Elemente in einem hellen Teil der Galaxie. Damit haben die Wissenschaftler den ersten brauchbaren Hinweis auf Haufen von Population-III-Sternen in einer Galaxie im frühen Universum entdeckt.

"Diese Entdeckung übertraf unsere anfänglichen Erwartungen, da wir nicht damit gerechnet hatten, eine solch helle Galaxie zu finden", erklärte der Wissenschaftler David Sobral. "Dann, als wir das Wesen von CR7 Stück für Stück enthüllten, verstanden wir, dass wir nicht nur die mit Abstand leuchtkräftigste entfernte Galaxie gefunden hatten, sondern begannen auch zu realisieren, dass sie jedes einzelne Merkmal besaß, das man von Sternen der Population III erwartet."

Diese Sterne hätten die ersten schweren Atome gebildet, "aufgrund welcher wir letztlich überhaupt existieren", fügte Sobral hinzu. "Noch aufregender geht es wirklich nicht."

science.ORF.at/APA/AFP

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