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Szene zwischen zwischen SK Rapid Wien und FK Austria Wien, zwei Spieler kämpfen um einen Ball

Forscher widerlegen Fußball-Klischees

"Tiki-Taka" auf spanischen Fußballplätzen, "Kick and Rush" auf britischen und "Catenaccio" in Italien? Das war einmal. Laut Grazer Forschern sind die Unterschiede in Europas Fußball viel geringer als oft behauptet. Spielweise, Technik und Taktik haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr angeglichen.

Sport 02.07.2015

Das zeigen Videos der Spiele von Teams aus Deutschland, England, Österreich, Spanien und Italien. Die Sportwissenschaftler Admir Kozlic, Norbert Schrapf und Markus Tilp von der Universität Graz haben sie mit einer Computer-Software ausgewertet, die Aktionen wie etwa Pässe und Torschüsse statistisch erfasst und einteilt.

"Die Auswertung der Daten gibt Aufschluss darüber, welche Spielzüge erfolgreich abgelaufen sind und warum", erläutert Markus Tilp, der bereits mehrere vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekte zur Spielanalyse u.a. im Beachvolleyball und Handball geleitet hat.

Am meisten Tore in Italien

"Deutschlands Spieler gehen genauso oft in Zweikämpfe, wie die als 'körperbetont' verrufenen Engländer", resümierte Admir Kozlic in einer Aussendung der Uni Graz. Und in Italien, das angeblich mehr Wert auf Verteidigung als auf Angriff legt, wurden laut dem Experten in der vergangenen Saison mehr Tore - es waren insgesamt 1.024 - als in den anderen untersuchten Liegen erzielt. Im "Tiki-Taka"-Land Spanien hätten in den untersuchten Spielen sogar weniger Pässe ihr Ziel erreicht als in England, Deutschland und Italien.

Kozlic, der zurzeit seine Dissertation am Sportinstitut der Universität Graz verfasst, sieht den Grund für die verstärkte Angleichung der Technik und Taktik der einzelnen Mannschaften innerhalb Europas in der zunehmenden Internationalisierung auf dem Spieler- und Trainermarkt.

science.ORF.at/APA

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