Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mehr Schnee durch weniger Eis"

Eisschmelze in der Arktis, Sommer 2012

Mehr Schnee durch weniger Eis

Der Verlust von Meereis in der Arktis führt zu größeren Schneefällen im südlichen Sibirien. Denn das eisfreie Wasser erwärmt sich und die Luft nimmt vermehrt Feuchtigkeit auf, was in der Atmosphäre die Bildung von Stürmen und Schnee begünstigt.

Arktis 28.07.2015

Ob es einen Zusammenhang zwischen Eisschmelze und Schneefall gibt, haben Forscher aus der Schweiz, Norwegen, Spanien, Russland und Deutschland anhand der Daten von 820 Messstationen in Russland seit den 1970er-Jahren überprüft.

Die Studie in den "Environmental Research Letters":

"Arctic moisture source for Eurasian snow cover variations in autumn" von Martin Wegmann et al., 2015, Vol .10/5.

Tatsächlich kam es in Jahren mit wenig Meereis in der Barents- und der Karasee zu größeren Schneefällen und Schneestürmen in Südsibirien. Die Wissenschaftler um Martin Wegmann und Stefan Brönnimann vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern konnten auch nachweisen, dass zumindest ein Teil der Feuchtigkeit hierzu aus offenen arktischen Gewässern stammte. Auf einen schneereichen Herbst folgte den Resultaten zufolge im Winter eine kalte Hochdrucklage in Eurasien.

"Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig das arktische Klima für die südlicheren Breiten ist", schreiben die Autoren. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1980 hat die Ausdehnung des Meereises im Sommer in der Arktis um zehn Prozent abgenommen.

science.ORF.at/APA/sda

Mehr zum Thema: