Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mars-Simulation in Tiroler Bergen"

Astronauten auf Gletscher-Geröllfeld

Mars-Simulation in Tiroler Bergen

Im unwegsamen Gelände des Kaunertaler-Gletschers proben Forscher die bemannte Reise zum Mars: Eine zweiwöchige Feldsimulation soll unter anderem Erkenntnisse über Raumanzüge, ferngesteuerte Fahrzeuge sowie über Instrumente zum Nachweis von Leben bringen.

Testlauf 03.08.2015

Heute hat das Experiment auf dem 2.700 Meter hoch gelegenen Gletscher begonnen. Rund 100 Forscher und Mitarbeiter aus 19 Nationen nehmen an dem Versuch auf dem Eisfeld und im Mission-Support-Center in Innsbruck teil.

"Wir erhoffen uns eine Unmenge an Daten", sagte Expeditionsleiter Gernot Grömer. Vor allem sollen die Arbeitsabläufe beim Bewegen und Hantieren im 45 Kilogramm schweren Raumanzug getestet werden. "Jede Krisensituation, die wir hier haben, können wir auf dem Mars dann vermeiden", meint Grömer. Bei der Simulation wollen die Forscher auch eine neuartige Dampfdusche testen und einen 3D-Drucker für Zahnimplantate im Weltall ausprobieren.

Marsähnliche Bedingungen

Astronauten auf Gletscher-Geröllfeld

ÖWF

Die Alpin-Astronauten bei der Arbeit

Warum die Weltraumforscher gerade die Tiroler Alpen als ihr Experimentierfeld auserkoren haben, erklärt Grömer so: "Vor rund drei Millionen Jahren hatte der Mars Wasser auf seiner Oberfläche. Bis jetzt sind davon noch Blockgletscher, also Eis unter der Fels- bzw. Sandoberfläche, vorhanden." Diese Blockgletscher seien jenen im Kaunertal recht ähnlich, somit sei das Gebiet für derartige Versuche sehr geeignet.

Aktuell laufen weltweit mehrere Experimente zur Vorbereitung auf die wohl mindestens zweijährige Reise zum Roten Planeten. Sie gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der Menschheit.

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF), unter dessen Führung die Simulation erfolgt, geht davon aus, dass in etwa 20 Jahren der Versuch gewagt wird, Astronauten zu dem durchschnittlich 200 Millionen Kilometer entfernten Mars zu schicken. Das ÖWF finanziert sich mit Sponsoren, Spendern und öffentlichen Geldern.

science.ORF.at/APA/dpa

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